Berlin (dpa) - Fußball-Schiedsrichter Frank Willenborg hat das viel diskutierte Tor von Silas Wamangituka im Bundesliga-Spiel Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart als "regelkonform" bezeichnet und den Stuttgarter nicht wegen einer Unsportlichkeit mit Gelb bestraft.

"Das Tor war aus meiner Sicht regelkonform", sagte der Referee in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Spieler habe sich zwar viel Zeit gelassen, allerdings reiche die Situation nicht aus, um daraus eine Unsportlichkeit abzuleiten.

Anders hätte es ausgesehen, wenn Wamangituka sich hingekniet und den Ball mit dem Kopf über die Torlinie bugsiert hätte. Dies wäre ein Regelverstoß gewesen, erklärte der Unparteiische aus Osnabrück. "Dann hätte der Treffer nicht zählen dürfen. Es wäre mit einem indirekten Freistoß für Bremen und einer Verwarnung gegen den Spieler weitergegangen", erklärte Willenborg.

Wamangituka hatte beim Stuttgarter 2:1-Erfolg am vergangenen Sonntag sein zweites Tor in der Nachspielzeit erzielt, nachdem er zwei Bremern den Ball weggespitzelt hatte. Danach war der 21-Jährige aufreizend langsam auf das Tor zugegangen und hatte den Ball erst eingeschossen, als Werder-Torhüter Jiri Pavlenka angerannt kam.

Anschließend hatte es ein Wortgefecht zwischen Wamangituka und Bremens Stürmer Davie Selke gegeben. "Beide Spieler gerieten aneinander, standen Kopf an Kopf, und aufgrund dieser Aktion habe ich dann beide Spieler verwarnt", sagte Willenborg und nannte damit den Grund für die Gelbe Karte gegen Wamangituka.

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Interview in "Neue Osnabrücker Zeitung" (Bezahlschranke)