Berlin (dpa) - Spielergewerkschafts-Chef Ulf Baranowsky hat erneut einen Tarifvertrag für deutsche Profi-Fußballer gefordert und steht auch einer Gehaltsobergrenze offen gegenüber.

"Ein Salary Cap, also eine Gehaltsobergrenze, ließe sich in der Tat vereinbaren, rechtssicher über einen Tarifvertrag. Allerdings würde das das eigentliche Problem nicht lösen", sagte der Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VdV im Interview bei Sky Sport News. Das eigentliche Problem bestehe darin, dass viele Clubs zu wenig Eigenkapital hätten und ihre gesamten Ausgaben besser überwachen müssten.

"Da reden wir viel mehr über strengere Lizenzierung und auch über Sicherungsinstrumente, um den Fußball einfach krisenfester aufstellen zu können", sagte Baranowsky. "Ganz wichtig ist, dass die Clubs ihre Ausgaben natürlich im Fokus haben, dass Eigenkapital gebildet wird."

In vielen anderen europäischen Ländern seien Tarifverträge längst etabliert. Und auch der Weltverband FIFA schreibe in einem aktuellen Rundschreiben zur Corona-Pandemie, "dass sie den Abschluss von Tarifverträgen auf nationaler Ebene absolut empfiehlt".

Zudem erwartet Baranowsky sinkende Gehälter bei den Profis. "Eine Rezession ist sehr wahrscheinlich, dass wird nicht am Fußball vorbeigehen. Umso wichtiger ist es, den Fußball hier zukünftig krisenfest aufzustellen", sagte der 45-Jährige.

Baranowsky stellt sich mit der Gewerkschaft zudem auf mehr vereinslose Spieler in diesem Sommer ein. "Wir werden entsprechende Profi-Camps einrichten, so dass die Jungs eine Chance haben, sich hier im Training und in Testspielen dann auch fit zu halten und sich für neue Arbeitgeber zu empfehlen", sagte er.

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