Berlin (dpa) – Dirk Zingler, Präsident des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin, hat die Vorgehensweise seines Vereins bezüglich des Spiels gegen Bayern München verteidigt.

In einem offenen Brief an die Vereinsmitglieder skizzierte der 55-Jährige die Abläufe der letzten Tage bis zum Mittwoch auf. "Klar ist, unser Spiel gegen den FC Bayern München findet ohne Zuschauer statt", schrieb Zingler hinsichtlich der Anordnung der Berliner Gesundheitsverwaltung und der Innenverwaltung, Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmer bis zum Ende der Osterferien abzusagen.

Das Spiel wird an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Stadion An der Alten Försterei angepfiffen. Am Dienstag hatte es widersprüchliche Angaben vom Bezirksamt und vom Verein gegeben, ob die Partie wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus mit oder ohne Zuschauer über die Bühne gehen würde. Erst am Mittwochmorgen herrschte Klarheit.

Der Club habe laut Zingler am Montag Kontakt zu den zuständigen Landes- und Bezirksbehörden aufgenommen, um eine Einzelfallprüfung anzustreben. Dabei wurden auch "umfangreiche Vorkehrungen zur Prävention und zum Schutz unserer Besucher getroffen", wie Zingler schreibt.

Weiterhin habe er am Dienstagvormittag eine schriftliche Note von Bezirksbürgermeister Oliver Igel erhalten, indem ihm mitgeteilt wurde, dass der Stadtbezirk Treptow-Köpenick "derzeit keine Notwendigkeit für eine Spielabsage oder ein Geisterspiel" sehe.

Die Neubewertung erfuhr Union dann laut Zingler erst am Mittwochvormittag über die Medien. "Auf Nachfrage informierte der Stadtbezirk Treptow-Köpenick durch Bürgermeister Oliver Igel mich mündlich darüber, dass die Lage nun anders bewertet und daher ein Zuschauerausschluss angeordnet werde. Diese Anordnung liegt uns seit heute Nachmittag schriftlich vor", schreibt Zingler, der die Entscheidung begrüßt: "Natürlich hat für uns der gesundheitliche Schutz unserer Mitarbeiter und Stadionbesucher oberste Priorität."

Offener Brief von Dirk Zingler