Bremen (dpa) - Die beiden Fußball-Manager Frank Baumann und Alexander Rosen kennen sich mittlerweile ziemlich gut. Seit mehreren Jahren handeln sie nun schon regelmäßig Spielerwechsel zwischen ihren Vereinen Werder Bremen und 1899 Hoffenheim aus.

Vor dem direkten Bundesliga-Duell der beiden Clubs (Sonntag, 18.00 Uhr/Sky) hat jeder dieser Spieler eine eigene, besondere Geschichte:

FLORIAN GRILLITSCH

Der frühere Bremer wurde beim 2:0-Sieg der Hoffenheimer in der Europa League gegen Roter Stern Belgrad zur Halbzeit ausgewechselt, damit er noch rechtzeitig zur Geburt seiner Tochter ins Krankenhaus kam. Als der 25-jährige Österreicher 2017 von Werder zur TSG wechselte, konnte das nicht jeder verstehen. Doch seitdem spielte er mit seinem neuen Club einmal in der Champions League, einmal in der Champions-League-Qualifikation und in dieser Saison zum zweiten Mal in der Europa League. "Ich bin mehr als zufrieden. In Hoffenheim habe ich den nächsten Schritt gemacht und spiele regelmäßig international", sagte Grillitsch dem Portal "Deichstube".

KEVIN VOGT

In der ersten Jahreshälfte spielte der Abwehrchef der TSG noch auf Leihbasis für Werder. Es gibt in Bremen "kein Gesicht, auf das ich mich nicht freue", sagte der 29-Jährige in einem "Kicker"-Interview. Chancen auf einen längerfristigen Verbleib des erfahrenen Spielers hatten die Bremer trotzdem nicht. Denn Vogt verließ Hoffenheim nur, weil er mit dem ehemaligen Trainer Alfred Schreuder nicht klarkam. Jetzt fühlt er sich dem Club wieder so verbunden wie zu seinen besten Zeiten unter Julian Nagelsmann. "Ich wusste von den Verantwortlichen, dass die Tür in Hoffenheim für mich wieder weit aufsteht", sagte Vogt. "Eine Weiterbeschäftigung in Bremen war nie ein Thema."

LEONARDO BITTENCOURT

2019 wechselte der Offensivspieler zunächst auf Leihbasis von Hoffenheim nach Bremen. In diesem Sommer musste Werder ihn dann für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro fest engagieren. Diese Kaufverpflichtung war der klamme Club schon vor der Corona-Krise eingegangen, sie schränkte den Spielraum für weitere und eigentlich dringender benötigte Transfers erheblich ein. Trotzdem bewies Bittencourt zuletzt seinen Wert für Werder und schoss das Siegtor gegen Bielefeld. "Einen 26-Jährigen zu holen, der fast 200 Bundesliga-Spiele auf dem Buckel hat, verschiedene Positionen spielen kann - ich weiß nicht, ob das so falsch ist", sagte er dem "Kicker".

ISHAK BELFODIL

Mit dem algerischen Nationalstürmer gerieten sowohl Rosen als auch Baumann schon einmal aneinander. In Bremen ging es um eine Vertragsklausel, in Hoffenheim um die Behandlung seiner schweren Knieverletzung. Beide Manager halten Belfodil aber auch für einen der am meisten unterschätzten Spieler der Bundesliga - wenn er denn fit ist. In nur 62 Spielen für Werder und Hoffenheim schoss er bereits 20 Tore. "Er ist wirklich ein kompletter Stürmer, der extrem viele Waffen hat, mit denen er gefährlich wird", sagte Rosen einmal.

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