Berlin (dpa) - Der frühere Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann sieht keinen Interessenkonflikt, wenn er demnächst als TV-Experte von RTL die Arbeit seines Nachfolgers Joachim Löw beurteilen soll.

"Da sehe ich gar keine Problematik, zumal wir ja ähnliche Auffassungen und Einschätzungen vom Spiel haben", teilte Klinsmann der Deutschen Presse-Agentur mit. "Jogi ist ja inzwischen schon 13 Jahre lang mein Nachfolger und in der Zwischenzeit haben wir bei der Weltmeisterschaft in Brasilien in einem wichtigen Spiel sogar gegeneinander gespielt."

Klinsmann fügte an: "Unser persönliches Verhältnis wird nicht unter der Beurteilung eines Spieles leiden - selbst wenn sie unterschiedlich sein sollte." Klinsmann wird seinen ersten RTL-Auftritt in diesem Jahr an der Seite von Moderator Florian König am 20. März beim Spiel gegen Serbien in Wolfsburg absolvieren.

Löw war von 2004 bis 2006 Klinsmanns Assistent als Bundestrainer. Als Klinsmann nach Platz drei bei der WM 2006 aufhörte, wurde Löw Cheftrainer. Er feierte seinen größten Erfolg mit dem Titelgewinn bei der WM 2014 in Brasilien, Klinsmann trainierte dort das Team der USA. Bei der WM 2018 in Russland schied Löw mit der DFB-Auswahl in der Vorrunde aus.

Einen Job als Trainer oder Manager schließt Klinsmann trotz des RTL-Engagements nicht aus: "Ich bin keiner, der bereits beim ersten Spiel an die nächste Aufgabe denkt. Ich habe mit RTL einen starken Partner an meiner Seite - und mit allen anderen Themen beschäftige ich mich, wenn sie anstehen."

Klinsmann bei RTL