Paris (dpa) - Fragen an Bundestrainer Joachim Löw nach der Auslosung der Vorrundengruppen für die Fußball-EM im kommenden Sommer in Frankreich.

Mit welchen Gefühl kommen Sie aus der Gruppenauslosung?

Löw: Mit Gefühlen wie nach jeder Auslosung. Ich bin weder hochzufrieden, noch unzufrieden. Wir nehmen es, wie es kommt. Wir wissen jetzt, wo wir spielen und wie die Gegner heißen.

Wie schätzen Sie die Gruppe ein?

Löw: Unsere Gruppe ist für uns machbar, klar. Wir sind Favorit, diese Rolle nehmen wir an, das ist unser Anspruch. Die Gegner kennen wir, Polen natürlich besser als die Ukraine und Nordirland. Jetzt gilt es, die absolute Aufmerksamkeit auf jeden Gegner zu richten.
Derjenige, der Europameister werden will, muss das ganze Turnier konstant spielen.

Was haben Sie zuerst gedacht: Oh Gott, wieder Polen. Oder: Gott sei Dank nicht Italien?

Löw: Nichts von beiden. Die Polen kennen wir gut, das ist auch ein Vorteil. Wir wissen schon, was die Polen können. Sie haben uns in der Qualifikation das Leben zweimal schwer gemacht. Italien hätte kommen können, aber irgendwann treffen wir vielleicht im Verlaufe des Turniers auf sie.

Was sagen Sie zu den anderen Gruppengegnern?

Löw: Die Ukraine hat sehr wenige Gegentore bekommen. Sie legen sehr viel Wert auf Defensive und Konterspiel. Damit müssen wir uns sicher auseinandersetzen. Nordirland hat einen eigenen Stil. Die Nordiren spielen körperlich stark, robust, kämpferisch, lauffreudig. Sie operieren viel mit hohen Bällen und haben kopfballstarke Spieler. Sie haben viele Tore mit Standards erzielt. Das ist auch eine Mannschaft, die natürlich unbequem ist.

Was sagen Sie zu den Spielorten?

Löw: Das ist okay. Zweimal Paris ist sicher gut für uns. Das Stadion in Lille kenne ich nicht.

Ist es nach den Erlebnissen vom 13. November (dem Tag der jüngsten Terrorserie) ein besonderer Aspekt, zweimal in Paris anzutreten?

Löw: Das weiß ich jetzt nicht, das muss man mal abwarten. Das wird sicher nicht aus den Köpfen raus sein, was da alles passiert ist. Das wird man immer in Erinnerung haben. Das kann man vielleicht ein bisschen verdrängen. Aber irgendwann wird man damit wieder konfrontiert, wenn man nach Paris kommt. Ich denke aber nicht, dass es ein Nachteil ist, in dem Stadion zu spielen.

Sie wurden jetzt schon wieder damit konfrontiert, wie war ihr Gefühl?

Löw: Das Gefühl war schon ein bisschen gemischt. Als ich hierher geflogen bin, habe ich mich schon erinnert an diesen Tag, was da alles passiert ist. Da kann man sich nicht davon freimachen. Trotz allem freue ich mich wahnsinnig auf das Turnier. Ich glaube, dass Frankreich ein guter Ausrichter sein wird. Es ist ein wahnsinnig fußballbegeistertes Land. Und für die Sicherheit wird alles getan.

Spielplan EM-Endrunde 2016