Liverpool (dpa) - Jürgen Klopp schnaufte erleichtert durch und ließ einen Aufwärtshaken durch die Luft sausen. Der FC Liverpool hat die letzte Prüfung vor der Kraftprobe mit dem FC Bayern gemeistert und auch den Charaktertest im Premier-League-Titelrennen bestanden.

"Das war ein gutes Zeichen. Wir wollten eine Reaktion zeigen, das war offensichtlich", sagte Coach Klopp nach dem überzeugenden 3:0 (2:0) gegen den AFC Bournemouth. Der hochverdiente Sieg der Reds diente dem Trainer als Beweis dafür, dass die jüngste Formkrise mit zwei Remis in der Liga rechtzeitig überwunden ist.

Wie schwer es im Titelduell mit Manchester City im Endspurt der Saison jedoch wird, zeigten die Citizens mit einer 6:0 (4:0)-Demontage des FC Chelsea. Pep Guardiolas Team bestrafte die teils haarsträubenden Fehler der Londoner mit vier Toren in den ersten 25 Minuten und verdrängte Liverpool dank des besseren Torverhältnisses wieder von Platz eins. Der überragende Sergio Agüero mit drei Treffern (13./19./56., Foulelfmeter) sowie Raheem Sterling (4./80.) und Ilkay Gündogan (25.) machten den Kantersieg für den Schalker Champions-League-Gegner perfekt.

Auf den Fersen ist dem Spitzenduo weiter Tottenham Hotspur. Die Nord-Londoner, die am Mittwoch Borussia Dortmund zum Achtelfinale in Europas Königsklasse erwarten, gewannen am Sonntag 3:1 (1:0) gegen Leicester City. Die Spurs liegen nun fünf Punkte hinter Man City und dem FC Liverpool, der eine Partie weniger bestritten hat als der Titelverteidiger aus Manchester.

Der Liga-Krimi aber pausiert nun erst einmal. Bis zum Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen die Münchner am 19. Februar hat Klopps Team spielfrei und kann in den Trainingsfeinschliff gehen. Die Zweifel an der Reife der Mannschaft, die zuvor nur zwei von sechs Pflichtspielen gewonnen hatte, sind vorerst verstummt. Klopp lobte am Samstag "Power, Geschwindigkeit und Charakter" seiner Schützlinge. "Der Charakter der Mannschaft ist ein Grund dafür, dass wir dort stehen, wo wir stehen", sagte der 51-Jährige.

Liverpools Prunkstück bleibt die Sturmreihe. Sadio Mané (24. Minute) und Mohamed Salah (48.) glänzten erneut als Torschützen, der frühere Hoffenheimer Roberto Firmino erwies sich einmal mehr als genialer Vorlagengeber. Gemeinsam erzielte das Trio in dieser Saison schon 38 Ligatore, nur die Angreifer von Paris Saint-Germain und des FC Barcelona waren bisher erfolgreicher.

Mann des Tages war indes der Niederländer Georginio Wijnaldum. Der 28-Jährige durfte wegen einer Magen-Darm-Erkrankung vor dem Spiel nicht im Teamhotel übernachten, meldete sich aber rechtzeitig fit und erzielte das 2:0 per frechem Lupfer (28.). "Er ist großartig in dieser Saison", schwärmte Linksverteidiger Andy Robertson.

Seit 34 Heimspielen ist Liverpool nun schon in der Premier League unbezwungen. "Es geht darum, diese Einstellung in die verbleibenden zwölf Ligaspiele mitzunehmen, dann werden wir sehen, was herauskommt", sagte Robertson.

Ähnlich erfreulich wie der Heimerfolg war für Klopp das Comeback von Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold, der bei einem Kurzeinsatz Spielpraxis sammeln konnte. Die spielfreie Zeit bis zum ersten Duell mit den Bayern gibt auch den zuletzt angeschlagenen Jordan Henderson, Dejan Lovren und Joe Gomez Gelegenheit zur Rückkehr. Das Mini-Tief des FC Liverpool scheint vorbei.

Klopp-Reaktionen zum Liverpool-Sieg

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