Stuttgart (dpa) - Bei Borussia Dortmund hat sich Sven Mislintat einen exzellenten Ruf beim Aufspüren von Talenten erarbeitet, nun soll er dem abstiegsbedrohten VfB Stuttgart aus der Misere helfen: Mit der Verpflichtung des 46-Jährigen als Sportdirektor ist den Schwaben ein Coup gelungen.

Mislintat soll den glücklos zusammengestellten Kader in den kommenden Jahren wieder auf Vordermann bringen und unterschrieb beim Tabellen-16. einen Vertrag bis 30. Juni 2021, der auch für die 2. Liga gelten soll.

"Sven Mislintat hat sich in seiner langjährigen beruflichen Laufbahn ein hohes Maß an Reputation erarbeitet. Mit seinem Wissen, seinem Netzwerk und seiner Art, Fußball zu denken, passt er perfekt zu uns", sagte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, der künftig Mislintats Chef ist. Der Verein stehe vor der Herausforderung, in der laufenden Saison den Klassenverbleib zu sichern und zugleich den VfB von morgen zu planen und aufzubauen.

Mislintats hohe Reputation rührt vor allem aus seiner Zeit in Dortmund her, wo er zahlreiche spätere Stars wie Robert Lewandowski, Shinji Kagawa, Pierre-Emerick Aubameyang, Raphael Guerreiro, Ousmane Dembelé oder Jadon Sancho für den BVB entdeckte. Ende 2017, als der Sportwissenschaftler bereits Leiter Profifußball war, verließ er die Westfalen allerdings wegen eines Streits mit dem damaligen Cheftrainer Thomas Tuchel. Mislintat gilt als unbequeme Persönlichkeit, die offen ihre Meinung sagt.

Der gebürtige Kamener wechselte am 1. Dezember 2017 als "Head of Recruitment" zum englischen Premier-League-Club FC Arsenal, den er im Februar nach nur 14 Monaten aber wieder verließ. In London wurde ihm ein unterkühltes Verhältnis zu Arsenal-Coach Unai Emery nachgesagt.

Unabhängig von der Ligazugehörigkeit der Schwaben ist Mislintat neben Sportvorstand Thomas Hitzlsperger für die Transfers und die Kaderplanung des VfB verantwortlich. Schon seit Monaten suchten die Stuttgarter einen Fachmann für diese Stelle, nun ist Hitzlsperger eine echte Überraschung gelungen.

"Es ist eine Riesenherausforderung und zugleich eine große Ehre, für einen Club wie den VfB arbeiten zu dürfen", sagte Mislintat laut VfB-Mitteilung. "Ich bin im Umfeld von Traditionsclubs aufgewachsen, diese Atmosphäre ist mir sehr wichtig." In Stuttgart erwartet ihn nun eine schwere Aufgabe. Der von Hitzlspergers Vorgänger Michael Reschke unglücklich zusammengestellte Kader gilt als erheblicher Grund für die aktuelle Misere der Stuttgarter.

Neben einer Verbesserung der Arbeit in der Scouting-Abteilung muss er im Sommer gleich ein gutes Gespür für Neuzugänge zeigen. Das Team von Trainer Markus Weinzierl hat nach 28 Spieltagen 21 Punkte auf dem Konto - zwölf Zähler weniger als zum selben Zeitpunkt in der Abstiegssaison 2015/16. Angesichts von 60 Gegentoren stellen die Stuttgarter vor der Heimpartie gegen Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) die zweitschwächste Defensive der Liga.

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