Zürich (dpa) - Bei seiner Wiederwahl vor gut einem Jahr präsentierte sich Gianni Infantino noch als erfolgreicher Reformer.

"Die Organisation hat sich von einem toxischen, fast kriminellen Zustand gewandelt zu einem Zustand, wie er sein sollte", sagte der FIFA-Präsident im Juli 2019 in Paris kurz vor dem Start seiner zweiten Amtszeit. "Niemand spricht mehr von Skandalen, niemand spricht mehr von Korruption."

Beim 70. Kongress des Fußball-Weltverbands am heutigen Freitag (15.00 Uhr) wird nun mit Spannung erwartet, ob und wie Infantino vor den via Video-Konferenz zugeschalteten Delegierten das Strafverfahren in der Schweiz gegen ihn selbst thematisiert. Die FIFA hatte vor einem Monat mitgeteilt, dass der Weltverbandschef von der hauseigenen Ethikkommission trotz schwerwiegender Vorwürfe nicht sanktioniert wird.

Im Kern geht es in dem Verfahren um Treffen von Infantino mit dem damaligen Bundesanwalt Michael Lauber. Der Vorwurf gegen Infantino lautet unter anderem Anstiftung zum Amtsmissbrauch. Zuletzt wies er die Anschuldigungen sehr offensiv zurück.

Wegen der Coronavirus-Krise hält der Weltverband erstmals einen Kongress online ab, die Versammlung der 211 Mitgliedsverbände hätte eigentlich in Addis Abeba zusammenkommen sollen. Die Folgen der Pandemie dürften beim Kongress im Vordergrund stehen.

Die FIFA hatte zuletzt beschlossen, dass den nationalen Verbänden zur Bewältigung der Folgen der Coronavirus-Pandemie insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar an Zahlungen und Darlehen zur Verfügung gestellt werden. Die Gelder sollen bis zum Januar 2021 an die Mitgliedsverbände fließen.

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