Nyon (dpa) - Als nächste große Sportveranstaltung ist die Fußball-EM der Frauen im Zuge der Coronavirus-Pandemie ins Jahr 2022 verschoben worden.

Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union beschloss den neuen Zeitraum: Gespielt werden soll - weiterhin in England - vom 6. bis zum 31. Juli 2022. Der ursprünglich geplante Termin im Sommer 2021 war wegen der massiven Auswirkungen der Krise geplatzt. Im kommenden Jahr hätte die Frauen-EM mit dem paneuropäischen Turnier der Männer und den Olympischen Spielen konkurrieren müssen. Anfang April war bereits die WM der Leichtathleten 2021 in Eugene in den Juli 2022 verschoben worden.

"Ich begrüße es, dass unsere EM im Jahr 2022 stattfinden soll und damit nicht zeitgleich zum Turnier der Männer", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. "Unabhängig davon, dass die Austragung der Frauen-EM 2021 auch aufgrund der Verschiebung der Olympischen Spiele schwer vorstellbar gewesen wäre, brauchen wir das Alleinstellungsmerkmal im Fußball, um die größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen."

Die Erfahrungen aus den vergangenen WM- und EM-Turnieren habe gezeigt, "dass wir damit eine immens hohe Reichweite für unseren Sport erzielen. Wir passen unsere Planungen dementsprechend an und sind davon überzeugt, dass wir auch 2022 ein großartiges Turnier erleben." Für das olympische Fußball-Turnier im kommenden Jahr hatte sich die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes nicht qualifiziert.

Ursprünglich hätte die Frauen-EM vom 7. Juli bis zum 1. August 2021 stattfinden sollen. Die Verlegung auf einen zunächst unbestimmten Zeitpunkt war aber bereits im Zuge der Verschiebung der Männer-EM beschlossen worden, die nun vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 stattfinden soll. Die Eröffnungsfeier der Sommerspiele in Tokio ist für den 23. Juli geplant, die Schlussfeier für den 8. August.

"Gemeinsam mit der FA haben wir uns die alles entscheidende Frage gestellt: Was ist die beste Lösung für den Frauenfußball?", sagte die frühere deutsche Nationalspielerin Nadine Keßler, die inzwischen die Frauenfußball-Abteilung der UEFA leitet. "Da die Olympischen Spiele nun im Sommer 2021 ausgetragen werden, sind wir überzeugt, dass eine Verschiebung auf das Jahr 2022 im besten Interesse des Turniers, der Spielerinnen, der Fans, unserer Frauenfußballpartner und der Beteiligten in allen Bereichen und auf allen Ebenen des Frauenfußballs ist."

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin dankte der englischen FA, "dem lokalen Organisationskomitee und den UEFA-Mitgliedsverbänden, die unsere Überzeugung teilen, dass der Frauenfußball als Ganzes von der Verschiebung des Turniers auf das Jahr 2022 profitieren wird". Die "Fußballfamilie" trete einmal mehr "mit geeinter Stimme auf".

Europäische Fußball-Union

UEFA-Mitteilung

DFB-Mitteilung