Glasgow (dpa) - Das Rückspiel wird ein Geisterspiel. So viel steht schon fest. Doch das Achtelfinal-Hinspiel der Europa League zwischen den Glasgow Rangers und Bayer Leverkusen wird offenbar vor rund 50.000 Zuschauern ausgetragen.

Kurios ist das auch, weil die Schotten bereits ankündigten, keine Mixed Zone abzuhalten. Das heißt, dass die Rangers-Spieler nach den TV-Interviews mit den Rechte-Inhabern nicht mehr mit Journalisten sprechen. Bayer plant zum aktuellen Stand eine Mixed Zone abzuhalten.

IBROX: Normalerweise ist Bayer Leverkusen turmhoher Favorit. Der Bundesligist belegt in der UEFA-Club-Rangliste Rang 24, Glasgow Platz 94. Aber das Ibrox Stadium sorgt zumindest vor dem Hinspiel für eine besondere Ausgangs-Situation. Von 22 Europacup-Spielen im Stadion der Rangers haben deutsche Teams nur drei gewonnen. Seit 17 Europacup-Heimspielen sind die von Liverpool-Ikone Steven Gerrard trainierten Rangers ungeschlagen.

GEISTERSPIELE: In Schottland gab es bis Mittwochmittag 36 Covid-19-Infizierte. Spielabsagen oder Zuschauer-Ausschlüsse gibt es bisher nicht. Und im Stadion werden auch Zuschauer sein. Dass dies für Leverkusen bis auf Weiteres zum letzten Mal sein wird, stört Leverkusens Coach Peter Bosz. "Wir sollten nicht ohne Fans spielen. Das fühlt sich nicht richtig an", sagte der Niederländer, der sich stattdessen für eine Verschiebung der Spiele aussprach: "Ich weiß nicht, wo das hinführt mit dem Terminplan. Bis Ende Mai ist alles durchgeplant. Aber wir spielen für die Fans. Deshalb ist es verrückt, wenn sie nicht da sind." Auf die Frage, ob für ihn auch ein Abbruch der Saison vorstellbar sei, sagte Bosz: "Ich bin kein Virologe. Ich bin ein einfacher Fußball-Trainer. Die Leute, die Ahnung davon haben, müssen das entscheiden."

MUDDY: Das Abschluss-Training durften beide Vereine schon nicht im Stadion absolvieren. Es wird witterungsbedingt möglicherweise sogar eine Schlammschlacht am Donnerstag. "Wir spielen gerne auf einem guten Platz", sagte Bosz: "Aber so ist es eben."

VORTEIL: Glasgow darf im Hinspiel in Schottland auf 50.000 Zuschauer setzen, Leverkusen im Rückspiel in Deutschland auf keine. Das könnte man als Wettbewerbs-Nachteil für den Bundesligisten sehen. "Das ist absolut ein Vorteil für die Rangers", sagte Bosz: "Aber man darf Glasgow nicht dafür kritisieren. Denn sie haben es nicht entschieden."

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