Leipzig (dpa) - Ende der Torflaute und endlich Klarheit über seine Zukunft: Nach zwei Tagen Kurzurlaub beginnt für Timo Werner am Mittwoch so etwas wie die Woche der Wahrheit.

Denn bis zum Saisonstart, so hatten es die Bosse von RB Leipzig gefordert, soll der Nationalspieler entscheiden, ob er seinen 2020 auslaufenden Vertrag verlängert oder sich verkaufen lässt.

Momentan sieht es allerdings danach aus, als würde keines der beiden Szenarien eintreffen. Bei seinem Wunschclub Bayern München hängt Werner in der Warteschleife. Dort dreht sich derzeit alles um den Transfer von Leroy Sané. Unterdessen versucht RB, Werner für den Markt attraktiv zu halten. "Es gibt zahlreiche Interessenten. Auch internationale Top-Vereine haben angefragt", sagte Vorstandschef Oliver Mintzlaff kürzlich.

Interesse vielleicht, doch von konkreten Verhandlungen ist noch lange nicht die Rede. Zumal da auch Werner zustimmen muss. Vielmehr erhöht sich bei RB-Chef Mintzlaff bei dem Gedanken der Puls, Werner im kommenden Jahr ablösefrei ziehen lassen zu müssen, nachdem man für ihn 2016 noch 14 Millionen Euro nach Stuttgart überwiesen hatte. Doch genau das ist derzeit nicht gerade unwahrscheinlich.

Zum einen würde Werner bei einem gebührenfreien Abgang seinen eigenen Kontostand mit einem satten Handgeld erhöhen können. Zum anderen lockt ihn derzeit wenig aus Leipzig weg. Der Stürmer ist gesetzt, hat in Julian Nagelsmann einen der spannendsten Trainer der Liga und spielt mit Leipzig in der Champions League. Was will man in einer Saison vor einer EM mehr?

Wie fest Werner die Zügel in der Hand hält, zeigt sich an den immer neuen Fristen seitens des Clubs. Zunächst sollte er sich bis Saisonende entscheiden, dann bis zum Vorbereitungsstart und später bis zum Saisonstart. Für Leipzig ist Werner das Sorgenkind. Und zwar nicht allein wegen des nun fast ein Jahr andauernden Theaters um seine Zukunft. Vielmehr plagen den Angreifer seit geraumer Zeit Ladehemmungen. In der Vorbereitung von RB traf er kein einziges Mal.

"Timo fehlt das Tor", sagt Trainer Nagelsmann und wird konkreter: "Manchmal taucht er mir etwas zu viel ab, pendelt sehr viel auf dem Flügel. Er hat Probleme gegen tief stehende Gegner. Da versuchen wir ihm mehrere Lösungen zu geben."

Die wird Werner schon am Sonntag (15.30 Uhr) im DFB-Pokal beim VfL Osnabrück brauchen. Denn der Zweitliga-Aufsteiger wird sicherlich nicht das Spiel machen und Werner so seine dringend benötigten Räume geben. Allerdings sollte ein Nationalspieler gut genug sein, um gegen einen Zweitligisten zu treffen. Ein Tor von Werner würde den RB-Machern zumindest eine Sorge nehmen.

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