London (dpa) - Nationalspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern München hat seine Fußball-Kollegen dazu aufgerufen, sich nach den jüngsten Vorfällen noch aktiver gegen Rassismus zu engagieren.

"Man hat den Eindruck, dass es momentan sehr viel ist", sagte Kimmich in London vor dem Champions-League-Spiel des deutschen Rekordmeisters beim FC Chelsea. "Wir Spieler haben schon eine große Reichweite, um gegen den Rassismus anzukämpfen. Der Fußball kann ein Vorbild für die Gesellschaft sein, er verkörpert Toleranz, Respekt, Vielfalt und Zusammenhalt", begründete der 25-Jährige seinen Aufruf.

Kimmich war in der Pressekonferenz vor dem Achtelfinal-Hinspiel auf den DFB-Kollegen Antonio Rüdiger vom FC Chelsea angesprochen worden. Rüdiger sah sich beim Premier-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur mit Anfeindungen konfrontiert. Es gab Buh-Rufe gegen den 26-Jährigen, dessen Mutter aus Sierra Leone stammt und dessen Vater aus Deutschland kommt.

"Der Rassismus hat gewonnen!", hatte Rüdiger nach dem London-Derby sichtlich bewegt in einem Fernsehinterview gesagt. Die aktuelle Lage in den Fußballstadien bezeichnete der deutsche Nationalspieler als äußerst bedenklich. "Es ist eine Katastrophe", sagte Rüdiger. Für ihn seien Vorfälle wie zuletzt die mutmaßlich rassistische Gewalttat von Hanau mit mehreren Toten mit Migrationshintergrund "das Endprodukt".

"Ich hoffe nicht, dass der Rassismus gewonnen hat", äußerte Kimmich zu Rüdigers deprimierender Feststellung. "Wir Spieler sollten nicht aufgeben." Es sei schade, dass manche Zuschauer den Fußball als Plattform missbrauchten. Er fühle mit Rüdiger. Kimmich schätzt das öffentliche Aufbegehren des DFB-Mitspieles gegen Rassismus. "Toni hat eine Meinung und steht dafür ein", erklärte der Bayern-Profi.

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