Frankfurt/Main (dpa) - Fredi Bobic ist in diesen Tagen ein durch und durch erfolgreicher Mann. 

Sein Verein Eintracht Frankfurt nimmt mit einer beeindruckenden Siegesserie Kurs auf die Champions League, die spektakuläre Rückholaktion von Luka Jovic ist gelungen, und als einer der ganz wenigen Fußballclubs basteln die Hessen mit Transfers schon am Kader für die kommende Saison. Dass Frankfurt derzeit auf Augenhöhe mit Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen konkurriert, müsste die Verantwortlichen eigentlich rundum glücklich machen. Dass dies nicht uneingeschränkt der Fall ist, liegt auch an Bobic selbst.

Der ehemalige Torjäger und heutige Funktionär wird seit vergangener Woche mit Hertha BSC in Verbindung gebracht - und gibt sich wenig Mühe, diese Spekulationen zu entkräften. "Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Das habe ich aber schon immer gesagt. Ich bin sehr glücklich mit dem Job, den ich hier mache. Aber trotzdem: Was die Zukunft bringt, weiß kein Mensch", sagte der 49-Jährige bei Sky. In der Vorwoche hatte er sich ähnlich dünn dazu geäußert.

Dabei hätte Bobic, der am Main einen Vertrag bis 2023 besitzt, allen Grund, die Arbeit fortzusetzen. Als er 2016 übernahm, hatte der Club gerade mit Mühe und Glück die Abstiegsrelegation überstanden. Seitdem folgten ein Pokalsieg, ein furioser Vorstoß ins Halbfinale der Europa League und nun eine Serie, die Frankfurt sogar in die Königsklasse bringen könnte. Viele Bundesligisten, die vor ein paar Jahren noch auf Augenhöhe mit der Eintracht konkurrierten, können heute nur in höchstem Maße beeindruckt die Entwicklung des Clubs verfolgen.

Dass Frankfurt vor dem Gastspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim am  Sonntag (15.30 Uhr/Sky) eine Erfolgsserie vorzuweisen hat, ist kein Zufall. Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner, der in diesem Sommer womöglich vor einem Abschied steht, haben für Kontinuität in der Trainerfrage gesorgt. Der Österreicher Adi Hütter ist nach dem Freiburger Christian Streich und Bremens Florian Kohfeldt der Bundesliga-Coach mit der drittlängsten Amtszeit.

Hütter ist überaus erfolgreich. Doch auch die Mannschaft, die der 50-Jährige betreut, ist im Lauf der Zeit immer stärker geworden. Rückkehrer Jovic füllt derzeit noch eine Jokerrolle aus, weil in einem System mit zwei Zehnern und dem stets gesetzten Top-Stürmer André Silva (16 Saisontore) kein Platz ist. "Ich halte ihn nicht zurück, weil ich ihn zurückhalten will. Wir wissen schon genau, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ich lasse mir auch nicht reinreden, wann er spielen muss", sagte Hütter in aller Deutlichkeit. Ihm sei klar, dass Jovic von Real Madrid "nicht auf Dauer als Reservist hierhergekommen ist".

Im Sommer wird das Team, das in Silva, Leihgabe Jovic, Filip Kostic, Daichi Kamada und Amin Younes schon jetzt tolle Individualisten in seinen Reihen hat, weiter verstärkt. Christopher Lenz kommt von  Senkrechtstarter Union Berlin, dazu sicherten sich die Hessen die  Dienste von Sturmtalent Ali Akman, der gleich bis 2025 unterschrieb.  Frankfurt plant also selbst in Corona-Zeiten langfristig. Und hofft, dass Bobic dem Club als Sportvorstand noch länger erhalten bleibt.

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