Sinsheim (dpa) - Nach erneuten Schmähungen gegen Dietmar Hopp könnte es für die Fans von Borussia Dortmund erst einmal mit Bundesliga-Besuchen bei der TSG 1899 Hoffenheim vorbei sein.

Den BVB-Anhängern droht ein Stadionverbot in Sinsheim, nachdem sie bei der 1:2-Niederlage des Vizemeisters am Freitagabend wieder auffällig geworden waren. Genau für einen solchen Wiederholungsfall hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor gut einem Jahr einen Auswärtsbann in Aussicht gestellt.

Die Gäste-Fans setzten ihren seit Jahren andauernden Streit mit Hoffenheims Mehrheitseigner und Mäzen Hopp fort. Sie hielten beleidigende Plakate in die Höhe und verunglimpften den 79-Jährigen mit Gesängen. "Natürlich ist dieses Spiel hier unter besonderer Beobachtung. Da kann ich aber nicht viel zu sagen, weil ich nicht gesehen habe, welche Banner dort platziert wurden", sagte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielabteilung beim BVB. "Ein leidiges Thema, das wir schon oft genug kommentiert haben. Der Verein hat auch eine klare Meinung dazu abgegeben, daran hat sich auch nichts geändert."

Die Dortmunder waren bei der Verhandlung am 2. November 2018 nach den Ausfällen der eigenen Anhänger im Auswärtsspiel in Sinsheim vom 22. September um einen Punktabzug herumgekommen. Stattdessen hatte das DFB-Sportgericht ein dreijähriges Stadionverbot auf Bewährung verhängt. Sollten sich die BVB-Fans bis zum Ende der Bewährungsfrist am 30. Juni 2022 erneut etwas zu Schulden kommen lassen, so das Urteil, sollte es zum Ausschluss der Anhänger in den nächsten drei Gastspielen im Kraichgau kommen.

Im September 2018 hatten Dortmunder Fans unter anderem erneut ein etwa zehn mal zehn Meter großes Banner ausgerollt, welches das Konterfei von Hopp hinter einem Fadenkreuz zeigte. Am Freitagabend waren die Banner kleiner, aber nicht weniger beleidigend. Dabei hatte der Hoffenheim-Mäzen bereits Hausverbote gegen BVB-Anhänger erwirkt.

Beim DFB-Kontrollausschuss werden am Montag die Berichte der Sicherheitsaufsicht und der Spielbeobachtung zusammengetragen und weitere Beweismittel gesichtet.

DFB-Sportgericht