Barcelona (dpa) - Der Hilferuf nach dem Superstar kam schnell und klang dringend. "Komm zurück, Messi! Das Team braucht dich!", schrieb die spanische Tageszeitung "Sport" nach dem enttäuschenden 2:2 des FC Barcelona beim Aufsteiger CA Osasuna.

Der fünfmalige Weltfußballer, dem weiterhin eine Wadenverletzung zu schaffen macht, fehlt dem Meister an allen Ecken und Enden. Da half auch ein Teenager-Rekord nicht. In Abwesenheit von Lionel Messi war der erst 16 Jahre alte Anssumane "Ansu" Fati mit einem Kopfballtreffer zum zwischenzeitlichen 1:1 (51.) zum jüngsten Torschützen Barcelonas in La Liga avanciert. Die Blaugrana widmeten dem Rekord des Youngsters auf ihrer Webseite einen ganzen Artikel. Der Rest der Mannschaft um Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen konnte aber kaum überzeugen.

Nur ein Sieg aus drei Spielen, vier Punkte und Tabellenplatz sieben - da sind die katalanischen Fans Besseres gewöhnt. "Das ist noch kein Grund zum Alarm, aber zur Besorgnis schon", schrieb "Sport". 

Kritik hagelte es an Neuzugang Antoine Griezmann, der zuvor bei Atlético Madrid jahrelang als Offensivstar gefeiert wurde, bei Barça aber noch immer nicht richtig in sein Spiel zu finden scheint. Die Sportzeitung "Marca" bescheinigte dem Franzosen seine schlechteste Leistung, seit er 2010 sein Debüt in Spaniens erster Liga gegeben hatte. Der 28-Jährige habe gegen Osasuna überhaupt nur 30 Mal Ballkontakt gehabt: "Nie zuvor hat er so wenig an einem Liga-Spiel teilgenommen", monierte das Blatt.

Die Krise habe vor allem auch mit "der Seifenoper um Neymar" und den Verletzungen von Messi und Luis Suárez zu tun, meinen Experten. Die vielen Gerüchte kurz vor dem Ende des Transferfensters am Montag hätten dazu geführt, dass der Club "die Kontrolle über die Situation verloren" habe. Coach Ernesto Valverde habe nicht gut arbeiten können.

Nun hat Stürmerstar Neymar aber einem Medienbericht zufolge seine Hoffnung auf eine Rückkehr nach Barcelona vorerst aufgegeben. Demnach wird er nun doch bis auf Weiteres bei Paris Saint-Germain bleiben. Diese Entscheidung habe das Management des Brasilianers beiden Vereinen mitgeteilt, berichtete die französische Sportzeitung "L'Équipe" in der Nacht zum Sonntag.

Vorausgegangen waren immer neue Spekulationen über mögliche Angebote der Katalanen, inklusive eines Transfers von so wichtigen Spielern wie des Ex-Schalkers Ivan Rakitic und des Abwehrtalents Jean-Clair Todibo. Auf die Frage eines Journalisten, wie sehr er auf einer Skala von eins bis zehn von dem Neymar-Gerangel genervt sei, hatte Valverde zuletzt lachend geantwortet: "neun..., neuneinhalb." "Sport" brachte es auf den Punkt: "Mehr als Neymar braucht Barça das Talent und die Tore von Messi."

La Liga

Bericht Sport

Bericht Marca

Artikel FC Barcelona über Anssumane Fati