Madrid (dpa) - Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid hat sich wegen der finanziellen Folgen der Corona-Pandemie mit seinen Spielern auf eine Kürzung der Gehälter geeinigt. Vorerst beträgt die Reduzierung zehn Prozent.

Sollte die Saison 2019/20 abgebrochen werden, würde die Kürzung bei 20 Prozent liegen, teilte der Verein mit. Von der Maßnahme sind auch die Basketball-Profis betroffen. Von dem eingesparten Geld sollen die finanziellen Einbußen der zahlreichen anderen Angestellten des Vereins gemildert werden.

Zuletzt hatte sich Reals Mittelfeldspieler Toni Kroos gegen Gehaltskürzungen ausgesprochen und war dafür kritisiert worden. "Auf das Gehalt zu verzichten, ist wie eine Spende ins Nichts oder an den Verein, wobei es hier nicht nötig ist", hatte der Weltmeister von 2014 im SWR-Podcast "Steil extra!" gesagt.

"Er muss auf die Erde zurückkehren. Er hat eine Gefühlslosigkeit gezeigt, die mir wehtut", sagte der in Spanien bekannte Journalist Tomás Roncero von der Zeitung "AS" in einer TV-Talkrunde. Kroos habe gezeigt, "dass er sich nicht um das Unternehmen schert, das ihn bezahlt". Das sei "wie eine Ohrfeige", meinte der frühere Torhüter und Ex-Trainer Jorge D'Alessandro in derselben Sendung. "Dieser Mann lebt doch in einer Blase, in einer anderen Welt."

In den Online-Ausgaben der Medien kritisierten zahlreiche Leser Kroos' Haltung. "Er sollte sich schämen, sich einer Gehaltskürzung zu widersetzen, wenn viele nichts zu essen haben", schrieb ein Leser von "AS". Ein anderer forderte: "Ein bisschen Solidarität, bitte." Spanien ist eines der vom neuartigen Coronavirus am schwersten betroffenen Länder in Europa.

Spanien ist eines der vom neuartigen Coronavirus am schwersten betroffenen Länder in Europa. Auch Reals Rivale FC Barcelona hatte in der vergangenen Woche eine Gehaltskürzung für die Stars um Lionel Messi bekanntgegeben.

Kritik von Starkolumnist Roncero und andere in der TV-Talksendung El Chiringuito

Kommentar in El Confidencial

Bericht in AS mit Kommentaren von Lesern

SWR-Podcast