Aue (dpa) – Vereinspräsident Helge Leonhardt vom Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue fürchtet bei länger anhaltenden Geisterspielen nicht nur enorme wirtschaftliche Probleme auf viele Clubs zukommen. Auch Anhänger könnten sich vom Fußball abwenden.

"Geisterspiele sind eigentlich zum Kotzen. Ohne Fans fehlt generell die Seele im Fußball", sagte Leonhardt in einem Interview auf der Internetseite des Clubs. "Man spielt eigentlich nur für sich und eine kleine Gruppe von Menschen. Selbst das Interesse nimmt durch die Geisterspiele ab."

Der Unternehmer hofft zwar, dass die Lockdown-Maßnahmen mittelfristig gelockert werden, dem Fußballgeschäft prophezeit Leonhardt dennoch "harte Zeiten". "Wenn diese Maßnahmen im nächsten Vierteljahr weiter erforderlich sind, wovon ich auch ausgehe, wird es für viele Vereine sehr, sehr eng. Es könnte zum Mega-Crash und flächendeckend zu sehr unschönen Szenen und Ereignissen kommen", meinte Leonhardt.

Um das verhindern, hofft der Club-Chef auf "kluge Entscheidungen" der Politik, der Verbände und auch der Vereine. Durch die fehlenden Zuschauereinnahmen sei es schwierig, die Clubs und Unternehmen lebensfähig zu halten. "Wenn unten mehr rausläuft, als oben reinkommt, dann muss gehandelt werden", erklärte Leonhardt. Der 62-Jährige betonte, dass die Budgets in allen Bereichen angepasst werden müssen. "Es wird im nächsten halben Jahr in den Profi- und Amateurligen weitere Restrukturierungen geben. Da braucht man sehr kluge Menschen, die handeln und mitmachen", sagte Leonhardt.

© dpa-infocom, dpa:201124-99-445142/2

Leonhardt-Interview

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