Berlin (dpa/tmn) - Spätestens am ersten knackig kalten Wintertag stellt sich die Frage: Kommen die im Garten verbliebenen Pflanzen eigentlich mit der Kälte klar? Brauchen sie Schutz vor Frost?

"Die meisten Stauden, Gräser, Sträucher und Bäume in unseren Gärten sind winterhart und überstehen einen deutschen Winter ohne weitere Problemen", sagt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin. "Bei Rosen allerdings lohnt es sich, sie mit gut abgelagertem Mist oder Kompost anzuhäufeln - besonders, wenn sie nicht tief genug gepflanzt wurden und die Veredlungsstelle nicht unter der Erde ist."

Bei ein paar Pflanzen ist das Überleben aber fraglich. Daher sollten Hobbygärtner laut Van Groeningen zum Beispiel eine größere Kamelie, einen Olivenbaum und andere nicht zweifelsfrei frostharte Gehölze am Anfang der Frostperiode mit Vlies einwickeln. "Der Wind- und Sonnenschutz, der dabei entsteht, erhöht die Überlebenschancen."

Alle weiteren Pflanzen, die frostempfindlich sind, überstehen die kalte Jahreszeit auch mit Verpackung nicht. "Die Südländer, die wir sehnsüchtig erwerben, weil sie uns an Sommerferien in Italien, auf den Kanarischen Inseln oder an anderen mediterranen Orten erinnern, haben es in unserem Winter schwierig", sagt die Expertin.

Zwar muss keine Panik eintreten beim ersten Absinken der Temperatur. Zitruspflanzen, Oleander, Oliven und Agapanthus überstehen auch einige Tage leichteren Frost oder sogar Schnee - allerdings keine wochenlangen heftigen Minustemperaturen. Diese Pflanzen kommen daher an einen kühlen, aber frostfreien und hellen Lagerort. "Das Wohnzimmer ist zu warm", betont Van Groeningen.