Stuttgart (dpa/tmn) - Der Begriff thesaurierend bezieht sich in der Finanzwelt auf Investmentfonds, deren erzielte Erträge nicht ausgeschüttet, sondern direkt in das Fondsvermögen reinvestiert werden.

Diese Variante der Ertragsverwendung bietet den Vorteil: Anleger müssen sich um die Wiederanlage kleinerer Beträge nicht kümmern, erklärt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Sie profitieren automatisch vom Zinses-Zins-Effekt und können ihre Vermögensanlage stetig vermehren.

Steuerlich macht es keinen Unterschied, ob Steuerpflichtige sich die erzielten Erträge zunächst ausschütten lassen und sie später neu anlegen oder ob sie einen thesaurierenden Fonds haben, bei dem die Erträge automatisch reinvestiert werden. Die Abgeltungssteuer müssen sie immer zahlen. Doch Vorsicht: Bei ausländischen thesaurierenden Fonds ist es steuerrechtlich komplizierter.

Wer sie besitzt, muss die Erträge in seiner Steuererklärung explizit angeben - ohne dass die Beträge vom Fondsvermögen abgezogen werden. Wird der Fonds Jahre später mit Gewinn verkauft, hat der Anleger auf einen Teil des Kursgewinns bereits Steuern gezahlt.

Damit die Erträge nicht doppelt besteuert werden, sollten Anleger die Steuerunterlagen zu den Investmentfonds bis zum Zeitpunkt des Verkaufs aufheben.