Berlin (dpa) l Puppen sollen nach Meinung der Genderforscherin Stevie Schmiedel so aussehen wie die Kinder, die mit ihnen spielen. Dürre Barbie-Puppen seien nicht nur schlecht für das Selbstbewusstsein junger Mädchen, sondern begünstigten auch ein gestörtes Körpergefühl, sagte die Geschäftsführerin der Protestorganisation Pinkstinks der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist natürlich nicht so, dass jedes Mädchen magersüchtig wird, das mit Barbies spielt." Studien belegten jedoch, dass Kinder, die mit Barbies spielten, eher ein gestörtes Körperbild entwickelten, sagte Schmiedel, deren Organisation sich gegen Sexismus und Homophobie wendet.

Gegen ein westliches Schönheitsideal bei Puppen gehen auch zunehmend Spielzeughersteller in Afrika vor, etwa Sibahle Collection und Malaville Toys, die kindgerechte Puppen mit schwarzer Haut und Afro-Haaren auf den Markt bringen. Weil in Afrika als Folge des Kolonialismus weiße Haut und glatte Haare noch immer als erstrebenswert gälten, gäben junge Frauen viel Geld für schädliches Hautbleaching und das Glätten ihrer Haare aus, erklärte Schmiedel. "Da geht es ganz dringend darum, gerade bei afrikanischen Mädchen, aber auch bei Jungen, mehr Selbstbewusstsein zu schaffen und ihnen das Gefühl mitzugeben: Wir sind schwarz, und wir können stolz darauf sein."