Düsseldorf (dpa/tmn) - Schön ist Zähneknirschen nicht, gerade für die Mitmenschen. Eine Krankheit ist der sogenannte Bruxismus aber nicht, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.

Gelegentlich auftretende Muskelaktivitäten seien erst einmal völlig harmlos, so die Experten. In manchen Fällen hat die Knirscherei sogar schützende Wirkung: Schlaf-Bruxismus kann bei Atmungsstörungen in der Nacht, der Schlafapnoe etwa, die oberen Atemwege offenhalten. Und bei Sodbrennen entsteht durch Zähneknirschen mehr Speichel, was wiederum die schmerzhafte Wirkung der Magensäure lindert.

Gleichzeitig kann intensives Zähneknirschen jedoch Schaden anrichten. Der sogenannte Zahnabrieb steigt dadurch teils um das 10- bis 15-fache. Mögliche Folgen sind Zahnfrakturen, Sprechprobleme - und ein weniger schönes Gebiss. Zähne reagieren durch das Knirschen auch empfindlicher auf Hitze und Kälte. Hinzu kommen weitere Beschwerden, Schmerzen im Bereich der Schläfe oder beim Kaufen an den Kiefergelenken zum Beispiel.

Richtig heilen lässt sich Bruxismus nicht. Ärzte können aber Schutzmaßnahmen verschreiben, darunter sogenannte Okklusionsschienen. Wichtig ist zudem, die Ursache der Knirscherei zu finden: Das kann zum Beispiel emotionaler Stress sein, eventuell aber auch eine psychische Störung wie Depressionen. Nikotin kann je nach Dosis ebenfalls Bruxismus verursachen, genau wie manche Medikamente - Antihistaminika gegen Allergien oder Antidepressiva zum Beispiel.