Magdeburg/Staßfurt l Dabei sah es über weite Strecken der ersten Halbzeit nicht nach einem eindeutigen Ergebnis aus. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, weil die Bodestädter nur schwer in die Partie fanden. „Es gibt sicher bessere Bedingungen, als am Sonntagabend bei schwierigen Lichtverhältnissen und ohne funktionierende Anzeigetafel antreten zu müssen. Deshalb haben wir uns am Anfang schwer getan“, so Sebastian Retting, der Coach der Rot-Weissen.

Allerdings wollte er auch nicht verschweigen, dass die Landeshauptstädter ihre Sache – wie schon im Hinspiel – wieder gut gemacht haben. „Mit Torwart Andreas Stange sowie Michael Marquardt und Maurice Wilke, um nur einige zu nennen, haben die Magdeburger ihr bestes Aufgebot gegen uns aufgefahren“, hielt der Übungsleiter fest. So war es für ihn und sein Trainerteam wenig überraschend, dass die Gastgeber immer wieder die passende Antwort parat hatten und sich die Staßfurter in den ersten 30 Minuten nicht absetzen konnten. Egal, was die Gäste probierten, es blieb ohne Auswirkung auf den Spielverlauf. „Wir haben im Laufe der ersten Hälfte probiert, auf eine 4-2-Deckung umzustellen, haben davon jedoch schnell wieder Abstand genommen“, beschrieb Retting seine taktischen Schachzüge vor dem Halbzeitpfiff. Ein von Christian Schöne vollendeter Konter sorgte schließlich für die knappe 15:14-Pausenführung.

Rettings Ansprache in der Kabine war entsprechend eindeutig. „Ich habe meinen Spielern gesagt, dass hier die Mannschaft gewinnen würde, die es mehr will“, so Retting. Und das waren nach dem Wiederanpfiff seine Spieler. Martin Strnad kam ins Spiel und machte „eine gute Partie“, wie sein Trainer festhielt. Auch der junge Niklas Zimnick, der am Vortag noch für die zweite Mannschaft der Staßfurter aufgelaufen war, steuerte für die „Erste“ einen Treffer bei.

So setzten sich die Gäste in Halbzeit zwei erstmals vom Gegner ab. Nach 37 Minuten Betrug der Vorsprung bereits fünf Tore (22:17), beim 29:21 (50.) waren es erstmals acht Treffer Unterschied. „Magdeburg war am Ende der zweiten Halbzeit stehend K.o., was es uns letztlich sehr leicht gemacht hat“, beschrieb Retting die Schlussphase der Partie. „Da hat sich unsere Fitness und das gute Training bezahlt gemacht.“

Am Ende stand ein deutlicher 35:26-Erfolg auf der kleinen, vor dem Spiel rasch aufgebauten, Behelfsanzeigetafel, den sich die Bodestädter nach der Pause verdient hatten. Damit kehren sie vorerst wieder an die Tabellenspitze zurück, nachdem Wittenberg bereits am Sonnabend vorgelegt hatte. Ein Umstand, der laut Retting in den Köpfen seiner Mannschaft keine Rolle spielte. „Wir sind schon die ganze Saison die Gejagten. Da macht es keinen Unterschied, ob wir oder Wittenberg zuerst spielen.“