Staßfurt l Es war ein schriller Pfeifton zu hören. Und dann folgte Stille. Heinz Harre verstummte. Hatte der Hallensprecher beim Verbandsliga-Heimspiel des HV Rot-Weiss Staßfurt II gegen den SV Blau-Rot Coswig eine Viertelstunde noch mit Herzblut als Anheizer fungiert, ging nach 15 Minuten dann das Mikrofon kaputt.

Aber auch die Stille in der Merkewitz-Halle tat dem guten Spiel der Gastgeber keinen Abbruch. Die Staßfurter setzten sich gegen das Schlusslicht souverän mit 31:24 (16:12) durch. Für Rot-Weiss war das der sechste Sieg im siebten Heimspiel in dieser Saison. Damit steht das Team von Mario Kutzer auf Platz sechs. Der Coach war zufrieden: „Es war ein verdienter Sieg. Wir waren treffsicherer als der Gegner, das war der Vorteil. Coswig war aber stärker, als wir gedacht hatten.“

Jesse pariert zwei Strafwürfe

Und so war es zunächst ein Duell auf Augenhöhe. Nach sechs Minuten stand es 3:3. In der Anfangsphase ließen die Gäste dann gleich zwei Siebenmeter liegen. Andreas Jesse parierte stark gegen Kevin Pachaly (8.) und Tobias Hinze (9.). Auch deshalb konnten sich die Gastgeber dann erstmals auf drei Tore absetzen. Tino Korin erzielte das 8:5 (15.), kurz bevor es zur kleinen Unterbrechung aufgrund der Tonprobleme kam. Doch auch davon ließ sich die RWS-Zweite nicht beirren, legte sogar zwei Treffer durch Christian Kunze und Kevin Engelhardt nach (10:5, 18.).

„Da habe ich schon gedacht, wir können uns komfortabel absetzen“, so Kutzer. Aber die Gäste haben den Staßfurtern das Leben schwer gemacht. Beim Schlusslicht hat sich keiner aufgegeben. Doch es hat auch seine Gründe, warum die Blau-Roten da unten drin stehen. Aufgrund von vielen Fehlwürfen und Ballverlusten im Positionsangriff kamen die Gäste nie auf mehr als drei Tore heran. Nachdem Coswig auf 8:11 verkürzte (22.), hatten die Staßfurter mit dem 15:10 durch Tino Korin wieder die passende Antwort (28.).

Die Vier-Tore-Führung zur Pause war zwar komfortabel, aber dennoch kein Ruhekissen. Das machte der Blick auf das Personal beim HV Rot-Weiss II deutlich. Denn da waren immer die gleichen Akteure zu sehen auf Seiten der Gastgeber. Korin, Engelhardt und Co. mussten fast über 60 Minuten durchspielen. „Die anderen Spieler auf der Bank waren heiß, wollten unbedingt spielen“, berichtete Kutzer, aber dem Coach war das zu heiß. „Sie haben nicht das Niveau der Stammsechs, das wäre zu gefährlich gewesen.“ Eine Anerkennung für die Gäste, die nach dem Platzverweis gegen Matthias Loose, der seine dritte Zeitstrafe kassierte (49.), durch ein Pachaly-Tor nochmal auf drei Tore herankamen (21:24).

Unnötige Zeitstrafen

Doch die Gastgeber spielten es dennoch souverän herunter. Vor allem Christian Kunze, der „seit Wochen super drauf ist“ und Tino Korin (mit neun Toren bester Werfer) überragten bei den Rot-Weissen. Dass sich aber keiner zu sicher fühlte, zeigte der euphorische Jubel von Engelhardt, nachdem er das 28:21 (53.) erzielte. Denn nach diesem Treffer wussten die Gastgeber, und auch Kutzer: Das Spiel war entschieden. Es wurde doch nochmal rotiert beim Gastgeber. Einen kleinen Kritikpunkt gab es trotzdem vom Coach: „Es waren einige unnötige Zeitstrafen dabei, die uns immer wieder rausgebracht haben. Sonst hätten wir noch deutlicher gewonnen.“ Die zwei Punkte haben die Staßfurter aber auch so eingefahren. Und das war das einzige Ziel.

Staßfurt: Sieland, Jesse - Linke, Kunkel, Langewald, Korin (9), Kunze (5), Loose (2), Rach (1), Panzer (1), Bönecke, Hoffmann (5), Engelhardt (5), Ilgenstein (3)

Siebenmeter: Staßfurt 2/1 - Coswig 4/2 Zeitstrafen: Staßfurt 9 - Coswig 4 Rot (o.B.): Matthias Loose (50.)