Magdeburg l Die wohl einfachste Woche der Saison begann für die SCM-Handballer mit einem freien Tag. Nach dem mühevollen 27:25-Sieg am Sonntag in Minden sollten die Spieler noch einmal entspannen. Trotzdem dürfte Flensburg schon in allen Köpfen sein. „Wir wollen der Handball-Welt zeigen, dass wir eine Top-drei-Mannschaft sind. Und dafür möchten wir Flensburg unbedingt schlagen“, lautete schon direkt nach Spielende in Minden die Kampfansage von Michael Damgaard.

Der Däne war beim Gastspiel in Ostwestfalen mit elf Toren bester Werfer, obwohl er sich die ganze Woche lange mit einem grippalen Infekt herumgeschleppt hatte. Statt Training war Bett angesagt. Aber dass er trotzdem so auftrumpfte, ist ein weiterer Beweis dafür, dass Damgaard immer mehr zu seiner alten Form zurückfindet.

Hinspiel in Flensburg war ein Tiefpunkt

Und das will der 29-Jährige jetzt auch unbedingt gegen Flensburg zeigen. Gegen den bisher ungeschlagenen Bundesliga-Tabellenführer ist für ihn nämlich noch eine Rechnung offen. Denn das Hinspiel war ein Tiefpunkt für ihn. Beim 25:26 kam er erst spät in der zweiten Halbzeit überhaupt zum Einsatz, nahm sich sofort ohne Not einen Wurf aus neun Metern. Der wurde geblockt – und wenig später musste Damgaard zurück auf die Bank.

Fast eine typische Szene für ihn im vergangenen Herbst. Der Rückraumshooter hatte aufgrund einer Entzündung der Patellasehne im linken Knie die Vorbereitung verpasst und setzte sich bei seinen wenigen Einsatzminuten viel zu sehr unter Druck.

Seit der WM-Pause hat sich aber nicht nur sein Haarschnitt verändert. Mit dem kleinen Zöpfchen auf dem Kopf wird der 29-Jährige wieder zum Schrecken der gegnerischen Torhüter. 39 Tore hat er in den sechs Spielen des Jahres 2019 gemacht. Macht einen Schnitt von 6,5 Toren pro Spiel. Insgesamt steht er inzwischen bei 90 Treffern.

Obwohl er fast aus dem Bett kommend am Sonntag zur Topform auflief, soll es diese Woche anders laufen. Damgaard: „Ich war selbst überrascht, dass ich so gut durchhalten konnte. Vor Flensburg will ich aber trotzdem nicht wieder im Bett liegen sondern lieber trainieren.“ So, wie er das auch in der WM-Pause getan hat. Statt zu lamentieren, weil er nicht zum WM-Kader gehörte, suchte er die Gründe bei sich selbst. „Warum hat es nicht für den Kader gereicht? Was kann ich verbessern? Darüber habe ich in der Pause viel nachgedacht und entsprechend an mir gearbeitet“, verriet Damgaard im Februar vor dem Start in die restliche Saison.

Neben Kraft und Ausdauer legt er nun noch mehr Wert auf den mentalen Bereich und lässt sich sogar von einem Experten beraten. Mit Erfolg. Und an Selbstvertrauen hat es dem Olympiasieger von 2016 noch nie gemangelt. „Wir haben Flensburg im Pokal geschlagen und spielen jetzt in Magdeburg. Letztes Jahr haben wir gegen Flensburg hier ja auch gewonnen“, erklärt Damgaard.

Weil die Magdeburger seit der WM alle sechs Spiele gewonnen und keine gravierenden Verletzungssorgen haben, traut auch Stefan Kretzschmar seinem Ex-Club einiges zu. „Wenn eine Mannschaft die Flensburger in Probleme bringen kann, dann die Magdeburger mit ihrem Tempospiel. Das wird richtig spannend.“

Darauf hofft auch der Trainer. Bennet Wiegert: „Die Euphorie ist groß. Das müssen wir nutzen und so ein Spiel auch genießen.“

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