Berlin l Am Ende war es eine klare Sache und die 13.500 Zuschauer in der ausverkauften Arena am Berliner Ostbahnhof aus dem Häuschen. "Das schönste Spiel, seit ich Bundestrainer bin", jubelte auch Bundestrainer Christian Prokop über das 34:21 gegen Brasilien. Torwart Andreas Wolff mit zahlreichen Paraden und Uwe Gensheim mit zehn Toren ragten aus einer starken Mannschaft noch bisschen heraus. Bis auf die beiden Torhüter und den erkrankten Franz Semper war übrigens auf dem Statistikzettel jeder deutsche Spieler mit mindestens einem Treffer vermerkt. 

Wolff mit zahlreichen Paraden

Nachdem die Südamerikaner am Freitag nur knapp gegen Frankreich verloren hatten, war der Respekt im deutschen Lager natürlich groß. Aber entsprechend konzentriert gingen die DHB-Akteure in die Partie. Allen voran Andi Wolff, der nach acht Minuten schon fünf Paraden auf seinem Konto hatte. Wolff: "Danach bekam ich ja bis auf die Siebenmeter kaum noch was zu tun, weil die Abwehr einen richtig guten Job gemacht hat." So setzte sich die deutsche Mannschaft schon nach einer Viertelstunde mit 9:2 ab. 

Befürchtete Härte blieb aus

Durch die strengere Regelauslegung wurden zwar erneut fleißig Strafzeiten (sechs für die Brasilianer, vier für Deutschland) verrteilt. Fünf Minuten vor Schluss sah Haniel Langaro nach seiner dritten Zeitstrafe sogar noch die Rote Karte. Ein überhartes Spiel war es aber nicht. Vor dem Spiel hatte ja der Bundestrainer noch davor gewarnt, dass die Brasilianer ordentlich zupacken. Und Hendrik Pekeler befürchtete am eigenen Kreis auch die eine oder andere theatralische Schwalbe. Pekeler: "Aber wir haben uns sehr gut bewegt, klar verteidigt und dabei immer die richtigen Entscheidungen getroffen." Und im eigenen Angriff wurde auch kompromisslos aus dem Rückraum der Torerfolg gesucht.

Fäth mit vier Toren in Folge

Allen voran Steffen Fäth, der mit vier Toren in Folge den Vorsprung auf 13:5 (23.) ausbaute und keinen mehr am Sieg zweifeln ließ. Prokop lobte: "Was er da gemacht hat, war mitentscheidend für unseren Sieg." Auch die anderen DHB-Jungs ließen nicht so viele Chancen wie noch gegen Korea liegen. Martin Strobel: "Da waren wir sehr fahrlässig. Das haben wir jetzt viel besser gemacht."

Zwei Tore vom Magdeburger Musche

Die starke Leistung gegen die Franzosen am Tag zuvor hatte den Brasilianeren zuviel Kraft gekostet. Denn das ganz große Aufbäumen blieb aus. Mehr als auf sechs Tore (23:17/45.) kamen die Brasilianer auch nach der Pause nicht mehr ran. Prokop konnte dadurch wie schon im ersten Spiel durchwechseln und allen 15 Spielern Einsatzzeit geben. So kam auch SCM-Linksaußen Matthias Musche zu seinen nächsten zwei WM-Toren, baute damit acht Minuten vor Schluss den Vorsprung auf zehn Tore (28:18) aus. Am Ende war es noch deutlicher und die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit donnerndem Applaus. Wolff: "Das ist hier ein echtes Handballfest."

Karabatic auf der Tribüne

Bei dem am Montag gegen Russland der nächste Sieg her soll, bevor einen Tag später Frankreich wartet. Der Weltmeister kann dabei auch auf Nikola Karabatic bauen. Der Topstar wurde am Sonnabend nachnominiert und schaute sich das Spiel gegen Serbien schon von der Tribüne aus an. Für Gensheimer kommt das nicht überraschend. "Er hat zuletzt schon in Paris bei der zweiten Mannschaft trainiert", so der DHB-Kapitän über seinen PSG-Kollegen.

Statistik zum Spiel

Deutschland – Brasilien 34:21 (15:8)

Deutschland: Heinevetter (Füchse Berlin), Wolff (THW Kiel) – Gensheimer (Paris St. Germain) 10/5, Fäth (Rhein-Neckar Löwen) 4, Weinhold (THW Kiel) 4, Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) 3, Böhm (TSV Hannover-Burgdorf) 2, Musche (SC Magdeburg) 2, Strobel (HBW Balingen-Weilstetten) 2, Wiede (Füchse Berlin) 2, Drux (Füchse Berlin) 1, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 1, F. Lemke (MT Melsungen) 1, Pekeler (THW Kiel) 1, Wiencek (THW Kiel) 1
Brasilien: Tercariol 1, Almeida – Toledo 5, Nantes 4/4, Chiuffa 2, Hackbarth 2, Rodrigues 2, H. Teixeira 2, Langaro 1, Petrus Santos 1, Valadao 1, Borges, Ponciano, Pozzer, V. Teixeira
Schiedsrichter: Havard Kleven (Norwegen)/Lars Jorum (Norwegen)
Zuschauer: 13500
Strafminuten: 8 / 12
Disqualifikation: – / Langaro (55./3. Zeitstrafe)