Magdeburg l Der neueste Eintrag von Lukas Mertens auf seinem Instagram-Account ließ nicht lange auf sich warten. Er zeigt ihn beim Jubeln. Beim Jubeln nach neun Monaten Anlauf.

Erfolgreiches Comeback

So lange musste der 22-jährige Linksaußen vom SC Magdeburg wegen eines Kreuzbandrisses nämlich warten, um in der Handball-Bundesliga wieder auf der Platte stehen zu können. Am Sonntag feierte er in der heimischen Getec-Arena beim 32:24-Erfolg gegen die MT Melsungen sein Comeback. „Dass ich jetzt auch noch gleich zwei Tore erzielen konnte, ist ein absoluter Traum. Ich bin total glücklich“, sagte Mertens.

Im Mai 2018 hatte er sich beim Auswärtsspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen das Kreuzband gerissen. Operation, Reha und viel Geduld – der Weg zurück war schwierig. Mertens: „Direkt nach der Operation muss man sich mit der Verletzung arrangieren. Da weiß man, dass nichts geht. Aber wenn man sich nach fünf Monaten wieder einigermaßen bewegen kann, auch die ersten Läufe macht, dann ist der größte Gegner die Ungeduld. Man will am liebsten sofort wieder einsteigen, wird aber von den Experten gebremst.“

Doch die Geduld hat sich gelohnt. Seit dem 16. Januar trainiert er beim Bundesliga-Team wieder voll mit. Und vor einer Woche durfte er beim Test in Wilhelmshaven für zehn Minuten ran. Als er da zwei Tore warf, feierten ihn auch die Fans der Gastgeber. Wilhelmshaven ist schließlich seine Geburtsstadt und der WHV sein Heimatverein. Mertens: „Ausgerechnet dort bei einem Spiel wieder dabei zu sein, hat richtig gutgetan.“

Wiegert freut sich für Mertens

Trotzdem war nicht unbedingt daran zu denken, eine Woche später auch in der Bundesliga zu spielen. Mertens: „Das hing natürlich alles vom Spielverlauf ab. Wenn es knapp gewesen wäre, hätte ich nicht gespielt. Das war mit Trainer Bennet Wiegert so abgesprochen. Aber weil wir klar vorne lagen, hat er mir die paaar Minuten gegeben. Einfach schön.“ Auch für den Trainer. Wiegert: „Schöner kann der Sport keine Geschichten schreiben. Das freut mich sehr für Lukas. Denn das hat er sich auch verdient.“ Und Keeper Jannick Green lobte: „Hut ab vor Lukas, dass er sich so toll zurückgemeldet hat.“

Normalerweise schaut sich Mertens die Tore nicht noch einmal extra an. „Aber das war diesmal natürlich anders. Die musste ich noch einige Male per Video genießen“, erklärte der Rückkehrer. Dass auf seiner Position mit Matthias Musche der SCM-Torschütze vom Dienst spielt und die Einsatzzeiten deshalb für ihn geringer sein dürften, ist für Mertens kein Problem: „Das kann ich gut einschätzen. Aber wir wollen ja nächste Saison auch wieder international angreifen und müssen da auch rotieren.“

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