Beetzendorf l Als die Nationalhymne von Japan am Mittwochabend aus den Lautsprechern in der Beetzendorfer Sporthalle schallte, erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen. Die Handball-Nationalmannschaft aus Japan ist eben nicht alle Tage zu Gast in der Altmark. Dass sie überhaupt hier landete, ist den „guten Kontakten“ ihres Trainers Dagur Sigurdsson, früherer Bundestrainer, zu verdanken, der auch durch seine Trainerstation bei den Füchsen Berlin noch Verbindungen in die Gegend hat. Gegen den SC Magdeburg konnte sich seine Mannschaft dann aber nicht durchsetzen. Der SCM gewann das Testspiel mit 33:21 (14:10).

SCM-Linksaußen Matthias Musche wusste bereits vor Anpfiff, was seine Mannschaft erwartete. Nämlich schnelle, wendige Gegenspieler, die versuchen, ihre kleine Körpergröße und fehlende Robustheit durch absolutes Tempospiel wettzumachen. Musche hatte erst im Juni zwei Testspiele gegen Japan mit der DHB-Auswahl bestritten. Und er sollte mit seiner Prognose recht behalten.

Die Japaner gestalteten das Spiel anfangs offen und hielten Anschluss zum Bundesligateam aus Magdeburg.

Über ein 6:6 (18. Minute), 10:7 (26.) konnte sich der SCM bis zur Halbzeit dann aber doch vier Tore Vorsprung erarbeiten (14:10). Mads Christiansen netzte in der 30. Minute unhaltbar zum Pausenstand ein.

Während SCM-Trainer Bennet Wiegert bereits nach wenigen Minuten nach einem Foul an Albin Lagergren auf Betriebs- temperatur war, wirkte sein Gegenüber Sigurdsson ruhig und gelassen. Anweisungen gab er auf Japanisch. „Im Spiel und im Training spreche ich Japanisch, ansonsten Englisch und mein Co-Trainer übersetzt“, berichtete der gebürtige Isländer.

Zweite Hälfte

Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigten beide Teams schöne Aktionen. Erst traf Robert Weber mit einem sehenswerten Dreher von Außen, danach netzten die Japaner per Kempa-Wurf ein. Der SCM konnte seine Führung weiter behaupten, mehr aber auch nicht. In der 45. Minute lagen die Magdeburger 22:18 vorn.

Spätestens, als Justus Kluge in der 54. Minute zum 28:21 traf, war aber klar, dass die Japaner das Spiel nicht mehr drehen konnten. Kluge und Neuzugang Albin Lagergren zeigten eine gute Leistung, wobei beim Schweden der ein oder andere Wurf noch daneben ging. Beim Stande von 33:21 war die Partie beendet.

Für die Magdeburger, die bereits gegen den Bundesligisten SC DHfK Leipzig (26:20) und den dänischen Club GOG Svendborg (36:31) erfolgreich Testspiele bestritten haben, war das Spiel ein weiterer Gradmesser vor dem Bundesligastart am 23. August bei MT Melsungen.