Berlin l Nach zwei Pflichtsiegen wartet auf die deutschen Handballer heute Abend (18 Uhr, live in der ARD) der erste echte Prüfstein bei der WM. „So schön die beiden Siege auch waren, aber die haken wir ab. Jetzt geht das Turnier gegen Russland los“, erklärte Bundestrainer Christian Prokop schon kurz nach dem klaren Sieg über die Brasilianer.

Abgezockte Jungs im russischen Team

Schon vor dem Turnier hatte Prokop davor gewarnt, dass die Russen ziemlich schwer einzuschätzen sind. Neben einigen guten Talenten stehen dort auch ein paar ganz abgezockte Jungs im Kader. Allen voran Timur Dibirow. Der 35-Jährige spielt aktuell bei Vardar Skopje und hat mit den Mazedoniern 2017 die Champions League gewonnen. Co-Trainer Alexander Haase: „Wir wissen, dass die Russen gerne eine 5-1-Abwehr spielen und Dibirow mit seinem starken Stellungsspiel dort gerne die Bälle klaut. Aufpassen müssen wir aber auch auf Dimitri Schitnikow und Alexander Schkurinski. Die beiden sind im Rückraum sehr variabel. Man denkt, sie spielen ab, und machen es mit einer kurzen Bewegung dann doch selbst.“

Neben einem Videomix konnten sich die deutschen Spieler ihren nächsten Gegner am Sonnabend auch noch ein bisschen in der Halle anschauen. Paul Drux: „Ganz wichtig wird in diesem Spiel unsere Passgenauigkeit sein. Da dürfen wir nichts riskieren, weil die Russen mit ihren schnellen Außen auf solche Bälle lauern.“

Zuschauer sollen DHB-Team tragen

Neben der taktischen Marschroute können die DHB-Jungs auch wieder auf ihre Fans bauen. Prokop ist begeistert: „Imponiert hat mir bisher vor allem, dass die Zuschauer nicht nur Tore bejubeln. Da wird auch jeder gelungene Rückzug und ausgebügelte Fehler gefeiert.“ Auch Jannik Kohlbacher lobt: „Wie uns das Publikum hier trägt, das flasht total. Aber wir werden deshalb nicht abheben, sondern schön demütig bleiben. Schließlich ist das Turnier noch lang.“ Auch der Trainer weiß, dass seine Jungs die bisherigen zwei Siege gut einordnen können. Prokop: „Bei dieser Mannschaft merkt man den Hunger auf Erfolg.“

Deshalb wird über das nur gut 24 Stunden später angesetzte Spiel gegen Frankreich ungern gesprochen. Torwart Andreas Wolff: „Erst spielen wir gegen Russland, dann sprechen wir über Frankreich. Fakt ist aber, dass alles nur über eine stabile Abwehr geht.“