Magdeburg l Erst waren es acht Tore, dann zwölf. SCM-Rechtsaußen Robert Weber hat an das Pokal-Achtelfinale (31:28) und das Liga-Hinspiel in Flensburg (25:26) eigentlich gute Erinnerungen – obwohl Letzteres verloren ging. „Die wichtigste Erkenntnis ist doch: Die Flensburger sind nicht unschlagbar“, sagt Weber. Bei der knappen Niederlage war es zudem er, der mit dem letzten Wurf noch den Ausgleich hätte erzielen können. „Hätte, hätte Fahrradkette, heißt es doch so schön“, wirft Weber ein und lacht. Solche Momente bleiben zwar in Erinnerung – „letztlich haben wir die Punkte aber nicht mitgenommen“.

Das soll Donnerstagabend (19 Uhr, Sky) wieder anders laufen. „Die SG trifft auf eine hochmotivierte Mannschaft, die Halle wird proppenvoll sein“, ist sich Weber sicher. Ein zusätzlicher Ansporn ist natürlich, die unglaubliche Serie der Flensburger durchbrechen zu können. Die Mannschaft von Trainer Maik Machulla hat seit einem Jahr keine Bundesligapartie mehr verloren. „Wir können die Ersten sein, die ihnen zwei Punkte abluchsen. Und da wir noch mit Platz drei in der Tabelle liebäugeln, müssen wir solche Heimspiele auch gewinnen.“

Für Weber hängt vom Ausgang dieses Spiels allerdings noch ein bisschen mehr ab. „Vor dem Pokal-Final-Four in Hamburg würde uns ein Sieg gegen eine solche Spitzenmannschaft ein gutes Gefühl geben. Es wäre auch ein richtiges Ausrufezeichen für die anderen Mannschaften, die in Hamburg an den Start gehen“, meint der Österreicher.

Nach Gastspiel in Minden muss Steigerung her

Und wer weiß: „Wenn Flensburg bei uns verliert und wir sie ins Wanken bringen – dann ist vielleicht auch im Titelkampf wieder alles offen. Wir wissen ja nicht, wie sie darauf reagieren.“

Zu viel spekulieren will Weber aber nicht. Wichtig ist erst einmal, dass die Leistung auf dem Spielfeld passt. Am vergangenen Sonntag gegen GWD Minden (27:25) tat sich der SCM lange schwer. Eine Steigerung ist vonnöten.

„Die Mindener darf man nicht kleinreden, die haben einen super Kader“, stellt Weber klar, „aber wir haben ganz einfach zu viele freie Bälle verworfen. Sonst gewinnen wir da mit drei oder sogar sechs Toren.“ An der Chancenverwertung hat das Team von Bennet Wiegert in den Trainingseinheiten daher gearbeitet.

Weitaus weniger muss der Trainer mit Blick auf die Motivation tun. Die Vorfreude auf diese Partie war bereits die Woche über enorm. „Für mich ist es zudem eines der letzten Heimspiele, die Freude ist deshalb riesengroß. Ich hoffe, dass ich spielen darf. Und wenn das so ist, gebe ich natürlich 1000 Prozent“, erzählt Weber.

Darin liegt für den 33-Jährigen auch begründet, warum beim SCM trotz des schweren Gegners von einer einfachen Woche gesprochen wird. „Aus Zuschauer-Sicht kommt mit Flensburg natürlich ein Brett in die Getec-Arena. Aber aus Sicht der Sportler ist das ein Spiel, für das du keinen motivieren musst. Da freut sich jeder drauf, gegen den amtierenden deutschen Meister zu spielen. Alle bereiten sich akribisch darauf vor. Deshalb ist es insofern eine einfache Woche“, sagt Weber.

Kretzschmar: SCM steht unter Druck

Für Handball-Experte und SCM-Legende Stefan Kretzsch-mar stehen in der Partie eher die Magdeburger unter Druck. Immerhin könne sich Flensburg aufgrund des Punktevorsprungs drei Niederlagen leisten. Eine Sichtweise, der Weber aber nur teilweise zustimmt. „Klar, für uns ist es mit Blick auf Platz drei wichtig, zu gewinnen“, betont er, „aber wir haben acht Punkte Vorsprung auf Melsungen, die auf Rang fünf stehen. Das heißt, im Rennen um die internationalen Startplätze sind wir gut dabei. Von dem her sind wir eher in derselben Situation wie Flensburg und können befreit aufspielen.“

Die Gäste aus dem Norden sind bereits gestern in Magdeburg angekommen. Und einer, der auf die vielen Experten-Meinungen gar nicht eingehen will, ist Machulla. „Lass sie mal reden“, wird er auf der Vereins-Webseite zitiert, „dieselben Experten warten schon seit 24 Spielen darauf, dass wir mal verlieren. Wir fahren nach Magdeburg, um auch dort zwei Punkte zu holen.“ Laut ihm soll die Partie nicht größer gemacht werden, als sie ist. Etwas, das auch Weber mit Blick auf die SG wichtig ist: „Sie sind nicht übermächtig“, ist er sich sicher.

Mehr zum SCM.