Hamburg/Magdeburg l Der Silvesterurlaub war kurz, die Vorfreude auf die WM ist groß. Als sich die deutschen Handball-Nationalspieler am Mittwoch nach zwei freien Tagen in Hamburg wiedertrafen, war das Kribbeln schon zu spüren. Der große Traum wäre in drei Wochen eine Rückkehr an die Elbe, wenn dort die WM-Halbfinals anstehen. Jedenfalls erklärte Bundestrainer Christian Prokop bei der Ankunft im Hotel Treudelberg: „Das wäre durchaus die Location, wo wir auch während des Halbfinales wären.“

SCM-Star Musche: Ruhiges Silvester

Mittendrin war mit Matthias Musche auch ein Spieler vom SC Magdeburg. „Von einer WM im eigenen Land träumt jeder Handballer. Ich kann kaum erwarten, dass es endlich los geht“, sagte der 26-Jährige, der mit Hendrik Pekeler das Zimmer teilt. Für den SCM-Linksaußen kam die kurze Pause genau richtig. Musche war im vorletzten Bundesliga-Spiel gegen die Füchse mit dem linken Fuß umgeknickt, hatte sich aber zum Glück nichts gerissen. Am Silvesterabend war deshalb eher Fußhochlegen statt wilde Party angesagt. Musche: „Wir haben ganz in Ruhe zu Hause gefeiert. Und meinem Fuß geht es auch schon wieder besser. Ein bisschen tut es zwar noch weh. Aber bis zur WM ist das alles wieder gut.“

Wenn die DHB-Jungs am Freitag in Hannover gegen Tschechien (16.15 Uhr) testen, dürfte Musche zur Schonung vielleicht sogar nur Zuschauer sein. Er hatte ja beim 35:23 im Testspiel gegen Polen vor drei Wochen mit sechs Toren gezeigt, was er kann. Da fehlte allerdings Uwe Gensheimer. Der Kapitän war da noch in Paris gefordert und dürfte deshalb jetzt ordentlich Einsatzminuten im Nationaltrikot bekommen. Auch Gensheimer ist schon voll auf das Turnier fokusiert. „Das ist eine Riesenchance für uns und unsere Sportart. Und ich hoffe, dass wir ganz Deutschland elek-trisieren können“, erklärte der Linksaußen.

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Zwei Testspiele für DHB-Team

Bevor es nach dem zweiten Test am Sonntag gegen Argentinien (14 Uhr in Kiel) noch einmal nach Hause geht, stehen auch noch zahlreiche Trainingseinheiten an, um weiter an der Taktik zu feilen. In Barsinghausen im alten Jahr waren speziell teambildende Maßnahmen wie ein Bowlingabend angesagt. Auch mental bekamen die DHB-Jungs dort vom Ex-Handballer und Motivationstrainer Jörg Löhr wichtige Tipps mit auf den Weg, wie man mit dem Erfolgsdruck bei einem Turnier im eigenen Land am besten umgeht.

Prokop: „Wir dürfen uns jetzt auch nicht verrückt machen und arbeiten an den Dingen, die man noch verbessern kann. In allem anderen vertraue ich nun auch den Spielern, weil sie sehr stark und intelligent sind. Wir müssen mit einer guten Teamchemie überzeugen.“