Flensburg/Kiel (dpa) - Die Champions League ist Vergangenheit, für die SG Flensburg-Handewitt zählt nur noch die Handball-Bundesliga.

Nach dem 25:29 (13:17) im Viertelfinal-Rückspiel beim ungarischen Vertreter Telekom Veszprem wird das Finalturnier der europäischen Königsklasse zum dritten Mal in Serie ohne einen deutschen Club stattfinden. Stattdessen richten sich die Blicke auf das 99. Schleswig-Holstein-Derby zwischen den Flensburgern und dem THW Kiel, das am kommenden Sonntag eine Vorentscheidung im Kampf um die deutsche Meisterschaft bringen kann.

"Es ist eine schwierige Aufgabe, aber wir freuen uns auf das Spiel", sagte Flensburgs Kapitän Tobias Karlsson unmittelbar nach dem Ende der Partie in Ungarn beim TV-Sender Sky. Für den Schweden ist das Duell im Norden eines der "größten Spiele, die es gibt".

Mit einem Sieg hätte der Titelverteidiger die zweite Meisterschaft in Serie bei dann sechs Punkten Vorsprung und nur noch vier zu absolvierenden Partien fast sicher. Und selbst bei einer Niederlage müsste der Nordrivale aus Kiel auf einen weiteren Ausrutscher der SG hoffen, um seine 21. Meisterschaft in der Vereinsgeschichte zu feiern.

Wenn die Mannschaft von Trainer Maik Machulla in der Kieler Arena bestehen will, darf sie sich eine Schwächeperiode wie zum Ende der ersten Halbzeit gegen Veszprem allerdings nicht erlauben. "Wir fangen richtig gut an und verlieren nach 20 Minuten unsere Linie und die Lockerheit", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke über den leichtfertigen Umgang mit der 5:0-Führung nach fünf Minuten.

Noch drastischere Worte fand Flensburgs Spielmacher Rasmus Lauge: "Die ersten zehn Minuten waren überragend mit Torwart, Abwehr und Angriff. Die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit waren hammerscheiße." Der Däne betonte aber auch, dass es jetzt kein Problem sei, den Fokus auf die Bundesliga zu richten.

Ob Magnus Rød im Derby mitwirken kann, wird sich zeigen. Der Norweger bekam in der zweiten Halbzeit in Veszprem den Ellenbogen des Ex-Flensburgers Kentin Mahé ins Gesicht und musste mit einer stark blutenden Nase vom Feld geführt werden. Die Verletzung sollte nach der Rückkehr nach Deutschland näher untersucht werden.

Der THW Kiel zeigte am Samstag beim 30:21 (14:12) über den HC Erlangen in der zweiten Halbzeit eine konzentrierte Leistung. Vor allem die Zusammenarbeit zwischen der Abwehrreihe und Keeper Andreas Wolff funktionierte gut.

Während die Flensburger jetzt eine Woche lang Zeit haben, sich auf das Derby vorzubereiten, müssen die Kieler am Donnerstag noch das Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar bestreiten. Die Mittelhessen sind nicht gerade der Lieblingsgegner der "Zebras". In der vergangenen Saison gewann die HSG beide Spiele, in heimischer Halle hat sich die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider in den beiden letzten Partien gegen Kiel durchgesetzt. "Da haben wir schlecht gespielt", sagte THW-Trainer Alfred Gislason. Das Hinspiel in der laufenden Serie ging aber mit 29:19 an den THW.

Viertelfinale Champions League

Homepage SG Flensburg-Handewitt

Homepage THW Kiel

Homepage Handball-Bundesliga

Spielplan Handball-Bundesliga

Tabelle Handball-Bundesliga

Torschützenliste Handball-Bundesliga