Kiel (dpa) - Die Handball-Bundesliga arbeitet angesichts der zunehmenden Zahl von Spielausfällen bereits an alternativen Spielplanmodi.

"Noch gehen wir davon aus, dass wir eine Hin- und Rückrunde mit 38 Spieltagen zu Ende bringen können. Aber das ist gewiss sehr ambitioniert", sagte Liga-Präsident Uwe Schwenker den "Kieler Nachrichten". "Die Luft wird immer dünner."

Klar sei laut Schwenker, "dass mindestens 19 Spieltage absolviert werden müssen, um die Saison werten zu können". Durch Corona-Fälle bei den Clubs mussten schon mehrere Spiele verschoben werden. Zuletzt erwischte es den deutschen Rekordmeister THW Kiel, bei dem drei Spieler positiv auf das Virus getestet wurden. Derzeit befinden sich die Mannschaft, das Trainer-Team und einige Mitarbeiter in  Quarantäne.

Dass sich die Vereine wegen der WM im Januar in Ägypten Sorgen machen, kann der HBL-Chef verstehen. Die Clubs hätten eine "Fürsorgepflicht für die Gesundheit, für ihre Spieler, aber auch für die wirtschaftlichen Konsequenzen, die die Corona-Pandemie zweifelsohne für unsere Bundesligen hat". Der Deutsche Handballbund (DHB) sei in der Frage einer WM-Verschiebung jedoch isoliert. "Er kann ja nicht als einziger Verband sagen: 'Wir spielen nicht'", betonte Schwenker.

Der 61-Jährige kann die Entscheidung von Nationalspielern wie dem Kieler Patrick Wiencek nachvollziehen, der wegen der Pandemie auf die WM verzichtet. "Ich habe ein großes Verständnis für die Spieler, die bereits Familie haben", meinte Schwenker. "Es ist gut, dass den Spielern vom DHB freigestellt wird, ob sie zur WM fahren oder eben nicht."

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