Hamburg (dpa) - Die Bilder vom WM-Triumph 2007 haben sich bei Heiner Brand tief ins Gedächtnis eingebrannt. "Die Erinnerungen kommen im Vorfeld der WM natürlich hoch", erzählt der damalige Handball-Bundestrainer im Rückblick.

"Ich habe die vollen Tribünen mit dem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer noch vor mir. Und natürlich meine Spieler, die alle mit angeklebten schwarzen Schnauzbärten zur Siegerehrung kamen. Das waren sehr emotionale Momente", erinnerte sich Brand.

Ähnliches erhofft sich Brand auch für die Endrunde 2019, die am 10. Januar durch die DHB-Auswahl gegen Korea eröffnet wird. "Eine Heim-WM ist immer ein Vorteil", sagt der 66-Jährige. "Der eine oder andere wird auch auf 2007 zurückschauen und wissen, welchen Hype das Ganze damals entfacht hat."

Am 4. Februar 2007 krönte die DHB-Auswahl mit dem 29:24-Endspielsieg gegen Polen eine emotionale WM-Reise durch das eigene Land, die mit einem mühevollen 27:22 gegen Brasilien im Auftaktspiel begonnen hatte. "Vor dem ersten Spiel war ich angespannter als beim Finale. Wir haben schon den Druck gespürt", berichtet Brand. "Man musste erst in das Turnier hineinkommen, obwohl ich mich vorher schon mit dieser Situation beschäftigt hatte. So ganz ablegen konnte ich das nicht, obwohl ich über einige Erfahrung verfügte."

Erst nach einer durchwachsenen Vorrunde, in der es gegen Polen (25:27) die einzige Turnier-Niederlage gab, fiel der Druck ab. In der Hauptrunde wurden nacheinander Slowenien, Tunesien, Frankreich und Island bezwungen. "Wir mussten erst einmal die Fans für uns gewinnen, was zunächst nicht gelang, weil wir nicht so gut gespielt haben. Als uns das geglückt ist, wurden wir getragen von der Atmosphäre", erzählt Henning Fritz.

Der einstige Weltklasse-Torhüter, der damals ein Erfolgsgarant war und zum besten Keeper der WM gewählt wurde, bekommt heute noch Gänsehaut beim Gedanken an die tollen Turniertage. "Eine WM im eigenen Land zu spielen war außergewöhnlich", betont Fritz.

Die K.o.-Spiele in Köln gerieten dann zu einem einzigartigen Triumphzug für die DHB-Auswahl. Im Viertelfinale wurde der damalige Titelverteidiger Spanien mit 27:25 entthront. Dann folgte das epische Drama mit Happy End im Halbfinale gegen Frankreich. "Das war unfassbar und unglaublich emotional", sagt Fritz. Nach zweimaliger Verlängerung setzte sich die deutsche Mannschaft mit 32:21 durch. "Es war das größte Theaterstück, das ich je erlebt habe", erklärt Rückraumschütze Pascal "Pommes" Hens.

Die erfolgreiche Revanche gegen Polen im Finale erlebten 20 000 Fans in der Halle und 16 Millionen Menschen an den TV-Geräten mit - das ist noch heute Rekord für die Sportart. Auch die Spieler der aktuellen Generation ließen sich mitreißen. "Viele Jungs haben das damals im Fernseher verfolgt", sagt Teammanager Oliver Roggisch, der 2007 als Spieler dabei war.

In dem Film "Projekt Gold" wurde der Weg der DHB-Auswahl zum WM-Titel für die Ewigkeit festgehalten. Als Anschauungsunterricht sollen die Jubel-Bilder aber nicht herhalten. "Ich werde der Mannschaft die alten Geschichten ersparen", sagt Roggisch. "Den Film können wir im Schrank lassen, weil die Jungs ihre eigene Geschichte schreiben sollen."

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