Groß Börnecke l Nachdem die Volksstimme Anfang Februar berichtet hatte, dass die Abteilung Chronik des Kultur- und Heimatvereins in der Klemme sitzt, weil ihr im Moment ein Domizil fehlt, konnte kein anderer Raum gefunden werden.

Was war geschehen: Der Verein besaß früher eine Heimatstube. Hierbei handelte es sich um private Räume, die kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. Nach einigen Jahren konnten sie nicht mehr genutzt werden. Ein Mitglied, dem sie gehörten, war verstorben.

Schließung der Heimatstube

Danach musste die Heimatstube schließen. Alte Schränke, Küchenutensilien und viele weitere historische Gegenstände wurden in einem Raum in der Grundschule in Hecklingen untergebracht. Das Gebäude wird von der Stadt im Moment saniert. Daher mussten die Sachen dort jetzt auch ausziehen.

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Danach hatte der Vorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Klaus Schönemann einen Aufruf gestartet, ob jemand ein Zimmer zur Verfügung stellen kann, denn erschwerend hinzu kommt, dass sich die Ehrenamtlichen wie andere Vereine auch, keine großen Ausgaben leisten können. Sprich, die Räume hätten nichts kosten dürfen.

Doch hier kam es zu keiner Lösung, wie Schönemann jetzt mit Bedauern mitteilen muss. „Alles muss raus! Nach diesem Slogan waren die Mitglieder des Groß Börnecker Kultur- und Heimatverein aufgefordert, wegen dringend erforderlicher Umbau- und Sanierungsarbeiten am Grundschulzentrum ‚Bördeblick‘ die genutzten Räume im Keller- und Erdgeschoss frei zu machen.“

Objekte wurden verteilt

Damit sei auch ein Traditionskabinett verloren gegangenen, berichtet Schönemann. Und so sei eine Chance vertan, Bürger und vor allem Kinder der Schule mit interessanten Details aus der Ortshistorie vertraut zu machen, findet der Groß Börnecker.

Er fürchtet, dass das Erzählen über die Geschichte des Ortes und dessen Umgebung mit der Domäne, Fabriken, Bergbau und vielem mehr, damit mehr und mehr in Vergessenheit gerät.

Viele frühere Helfer der Heimatstube seien wehmütig gewesen, dass sich kein geeigneter und bezahlbarer Raum für die Unterbringung der Sammlung fand. „Alles musste raus und das in kürzester Zeit. Somit blieb nur die Lösung, alles unter den Hammer zu bringen, indem es Heimatvereinen aus der Umgebung zur kostenlosen Übernahme angeboten wurde.“ Große Wertstücke seien es nicht gewesen, jedoch Gegenstände des Alltags aus Omas Zeiten, die in Heimatmuseen immer wieder auf Bewunderung stießen.

Hoffnungsschimmer

Schönemann weiß, dass einige im Dorf die Dinge nicht schätzen und dazu „alter Schrapel“ sagen würden. Umso mehr freut er sich, dass die Artikel in den anderen kleinen Museen stehen. „Die Heimatvereine aus Unseburg und Ilberstedt haben dankend zugegriffen und so zum Erhalt einiger Stücke und somit auch zur schnellen Beräumung beigetragen. “

Einen Hoffnungsschimmer hat er aber. Denn es gibt in der Abteilung Chronik Bestrebungen, eine kleine Ortschronik zu erarbeiten, die wesentliche Daten erfassen soll. „Hoffentlich gelingt dieses Vorhaben noch“, meint Schönemann.

Der Vorsitzende der Chronik Wolfgang Hoffmann hält die Fäden der Organisation dabei in der Hand. Er berichtet, dass Dokumente, Fotos und Postkarten sowie weitere Schriften, die vorliegen und aus dem Fundus herausgegangen sind, zu sortieren sind. Mit dem Material soll langfristig die Ortschronik von Hermann Goebcke, die 1935 herausgegeben wurde, fortgeführt werden.

„Wir haben ganz viel Material, das muss alles durchgesehen und gelistet werden“, sagte Hoffmann. Im Moment konzentriere sich die Arbeit der Chronisten auf ein anstehendes Jubiläum.

Am 12. Mai feiert der Männerchor, der ebenfalls zum Kultur- und Heimatverein gehört, sein 100. Jubiläum. Aus diesem Anlass will die Chronik eine kleine Broschüre erarbeiten. Dazu finden auch regelmäßig Treffen statt.

Wer Interesse an der Heimatgeschichte von Groß Börnecke hat und mitmachen möchte, kann sich bei Wolfgang Hoffmann auch telefonisch unter (039267) 8 14 02 melden.