Schierke l „Altes geht, Neues kommt“ – so hat es Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) am Freitag treffend formuliert. Das einstige Schierker Luxushotel „Heinrich Heine“ ist Geschichte. Auf dem Gelände am Ortsrand von Schierke entsteht nun ein Feriendorf mit 38 Ferienhäusern und 196 Betten. In einem Jahr soll Eröffnung gefeiert werden.

„Schön, dass Sie so mutig sind, hier zu investieren“, so Gaffert beim offiziellen ersten Spatenstich in Richtung der Investoren von der Heinrich-Heine-Resort GmbH. 13,8 Millionen Euro kostet das Bauvorhaben. „Eine Investition, die sich lohnt“, wie Gaffert sagte. Das Geld werde nachhaltig für Natur und Tourismus investiert, versprach Frank Wodsack im Namen der Hildesheimer Investorengruppe. Die Ferienhaussiedlung werde die Attraktivität Schierkes erheblich steigern. „Sie soll für den Ostharz ein Leuchtturm sein und in den Westharz strahlen. Denn wir wollen einen gemeinsamen Harz“, so Wodsack.

Auf dem Gelände haben in der vergangenen Woche die Erschließungsarbeiten begonnen. Zunächst werden die Drainage sowie Gas-, Wasser- und Stromleitungen verlegt. Zudem wird eine neue Straße gebaut.

Kosten für Abriss im Rahmen

Zuvor war die Hotelruine abgerissen worden. „Wir haben insgesamt 800 Tonnen Holz und 11 000 Tonnen Bauschutt weggefahren“, berichtet Sven Bieler auf Volksstimme-Nachfrage. Der Planungsingenieur war für den Abriss zuständig. 3000 Tonnen Beton wurden recycelt und können wieder verwendet werden. Schwierigkeiten habe der Gips bereitet, der in die Wände des Gebäudes eingearbeitet war. Dieser musste getrennt vom restlichen Bauschutt entsorgt werden. „Deshalb sind wir auch einige Wochen in Verzug geraten“, so Bieler.

Eine Million Euro wurde für den Abriss in den städtischen Haushalt eingestellt. Zwei Drittel der Summe werden vom Land gefördert. „Wir sind diesmal im Kostenrahmen geblieben, sogar deutlich drunter“, sagte Schierke-Beauftragter Andreas Meling in Hinblick auf andere Bauprojekte im Ortsteil, die den Kostenrahmen deutlich gesprengt haben.

Hintergrund: Das Hotel „Heinrich Heine“ schloss 1995 seine Pforten, stand seither leer und verfiel. Im Jahr 2013 ersteigerte die Stadt Wernigerode den Hotelkomplex samt umliegendem Gelände für 144 850 Euro, um die touristische Entwicklung des Areals steuern zu können. Ziel war es, das Gebäude oder Teile davon zu erhalten. Nässe, Hausschwamm und Schimmelpilze hatten dem alten Gemäuer jedoch zugesetzt, so dass es nicht mehr zu retten war. Das Gelände hat die Stadt inzwischen an die Heinrich-Heine-Resort GmbH verkauft.