Borstel l Im März 1897 gründeten acht Landwirte die Borsteler Feuerwehr und bestimmten aus ihrer Mitte Fritz Baucke zum ersten Brandmeister. Am Freitag und Sonnabend nun feierten Wehrmitglieder, Einwohner und Gäste den 120. Geburtstag. Bewusst mit rund fünfmonatiger Verspätung, weil es sich im Sommer besser feiern lässt.

Die Losung für die beiden Tage hatte der Borsteler Feuerwehrchor bei der Festsitzung am Freitagabend kreativ vorgegeben, nämlich in einem eigens zum Jubiläum verfassten Liedtext: „Feuerwehr, wir feiern heute sehr.“ Daran hielten sich die Besucher dann nicht nur am Auftakttag.

An diesem Auftakttag ließ Wehrleiter Karsten Ebel den Werdegang der Borsteler Brandbekämpfer Revue passieren. So erzählte er, dass zwar von der Gründung anno 1897 ein Foto existiere, aber die Gründungsurkunde leider verschollen sei, berichtete von „Eimerketten“ im Einsatz gegen Waldbrände, der Einweihung des ersten Gerätehauses im Jahr 1911 und einem Scheunenbrand bei Hermann Schröder 1931, erinnerte an eine zwei Jahrzehnte währende Tradition bis 1968, bei dem die Wehr zu Himmelfahrt ein Fest mit Eierback ausrichtete. Zu weiteren wichtigen Etappen zählte Ebel die Bildung der Frauengruppe 1969, der Jugendfeuerwehr 1991 und der Kinderwehr im Vorjahr sowie der Gründung des Fördervereins 2003.

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Vorfreude auf neues Gerätehaus

Natürlich wagte er einen Blick voraus, einen Blick mit Vorfreude – im Herbst soll das neue Gerätehaus übergeben werden. Das hatte auch Stadtwehrleiter Michael Geffers im Blick, als er sagte: „Jetzt arbeiten wir an der Zukunft.“ Die Borsteler Ortswehr bezeichnete er als verlässlichen Partner im Brandschutz und als „Speerspitze der Stadtwehr im Norden Stendals“. Er sieht aber auch Reserven: Die Borsteler sollten sich in den Führungsdienst der Stadtwehr einbringen, damit auch sich selbst entwickeln.

In weiteren Grußworten gab es viel Lob. Für Axel Kleefeldt, stellvertretender Oberbürgermeister, ist die Ortswehr „ein funkelnder Stern am Stendaler Feuerwehrhimmel.“ Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich sprach von einer „Wehr mit Herz“.

Herzlich feierte Borstel dann auch am Sonnabend. Der Festumzug mit mehr als einem Dutzend Einsatzfahrzeugen von historisch bis modern zählte dabei zu den Höhepunkten. Ältestes Gefährt war eine von zwei Pferden gezogene Handdruckspritze aus dem Jahr 1925, die im Besitz der Jarchauer Wehr ist.

Spaßwettkampf mit zehn Teams

Ein Spaßwettkampf mit zehn Mannschaften rundete das Fest ab. Die Borsteler hatten sich dafür einiges einfallen lassen: Bierglasschieben, Wassertransport auf einem überdimensionalen Mannschaftsski, Tauziehen. Zudem mussten die Teams passend zum Anlass einen Feuerwehrschlauch zu „120 Jahre“ formen.