Köln (dpa) - Sie ist klein, mutig und wird für ihre frechen Sprüche seit Generationen von Kindern geliebt: die Biene Maja. Seit mehr als 100 Jahren summt sie sich inzwischen schon als Kinderbuch- und später auch als Zeichentrickfigur mit ihrem besten Freund Willi von einem Abenteuer zum nächsten.

Nun gibt es Maja als animierte Biene in dem Film "Die Biene Maja - Die Honigspiele" erneut auf der Kinoleinwand zu sehen. Für Maja (gesprochen von Nina Schatton) gibt es keinen schöneren Ort auf der Welt als die Klatschmohnwiese. Dort steht ihr Bienenstock, dort leben ihre fliegenden und krabbelnden Freunde. Und um die zu beschützen, würde die vorlaute Biene alles tun. Als ein grummeliger Botschafter der Kaiserin aus der Stadt Summtropolis, Graf Alfons von Bienenstich der Dritte (Uwe Ochsenknecht), im Bienenstock auftaucht, um die Hälfte der Honigernte einzufordern, ist für Maja klar: Sie muss etwas tun.

Mit ihrem besten Freund Willi macht sie sich auf den Weg nach Summtropolis, um dort die Kaiserin (Andrea Sawatzki) zur Rede zu stellen. Die ist aber wenig begeistert von der Idee, auf den Honig zu verzichten. Stattdessen bietet sie Maja an, mit einem Team an einem Wettkampf - "den Honigspielen" - teilzunehmen. Gewinnt Maja, kann ihr Bienenstock den Honig behalten. Verliert sie aber, bekommt die Kaiserin die gesamte Honigernte und ihre Bienenfamilie muss den Winter ohne Honig überstehen.

Das Team, das Maja von der Kaiserin an ihre Seite gestellt bekommt, lässt kaum hoffen: Ein Trupp von Außenseitern, die schon längst den Glauben an sich verloren haben. Eine Einstellung, die die vor Lebensfreude und Enthusiasmus übersprudelnde Biene natürlich nicht durchgehen lässt. Also übt sie sich als Motivationstrainerin, die auch aus einer Kakerlake mit Dreckphobie das Beste rausholen kann.

Dass in uns allen etwas ganz Besonderes steckt, ist nur eine der vielen belehrenden Botschaften, die die jungen Kinozuschauer auf wenig subtile Weise vermittelt bekommen. Weitere sind: "Nur zusammen sind wir stark" und "Lass deine Freunde nicht im Stich". Der moralisch erhobene Zeigefinger wird in der Fortsetzung des Animationswerks "Biene Maja" von 2014 doch sehr oft - und auch etwas zu offensichtlich - bemüht. 

Einem Zeichentrick-Klassiker ein zeitgemäßes Aussehen verpassen zu wollen, ist wohl immer ein Wagnis. Als 2013 die animierte 3D-Serie erstmals im ZDF ausgestrahlt wurde, hagelte es vor allem für Majas ungewöhnlich schlanke Linie Kritik. Beim Kinofilm, der 2014 folgte, war das nicht anders. Auch bei der Fortsetzung werden viele Kritiker jetzt wohl zahlreiche Elemente, die die Trickfilmserie der 70er Jahre auszeichneten, vermissen: Flip, der weise Grashüpfer, ist nicht mehr als eine bedeutungslose Randfigur. Und auch Karel Gotts berühmtes Lied wird nur in einer Szene kurz angestimmt.

Es ist eben eine neue Maja, die da sehr detailreich und mit fast schon schriller Fröhlichkeit über die Kinoleinwand fliegt. Mit der Zeichentrickfigur, die vor Jahrzehnten geboren wurde, hat die animierte 3D-Biene bis auf ihren besten Freund Willi nur noch wenig zu tun. Dennoch bleibt der Film eine sehr unterhaltsame Animationskomödie auf hohem technischem Niveau, die wohl auch eine weitere Generation von Kindern in den Bann der Abenteuer einer "neuen" Biene Maja ziehen wird.

Die Biene Maja - Die Honigspiele, Deutschland 2017, 85 Min., FSK ab 0, von Alexs Stadermann, mit den Stimmen von Nina Schatton, Jan Delay, Uwe Ochsenknecht, Andrea Sawatzki

Die Biene Maja