Berlin (dpa) - Erneut Hollywood-Flair bei der Berlinale: Der amerikanische Kultregisseur Gus Van Sant schickt mit seinem neuen Film ein Künstlerporträt ins Bären-Rennen.

Der dreimalige Golden-Globe-Preisträger Joaquin Phoenix spielt darin den querschnittsgelähmten Cartoonisten John Callahan, der mit seinem künstlerischen Talent neue Lebensfreude entdeckt. Der Titel heißt "Don't Worry, He Won't Get Far on Foot", zu Deutsch: "Keine Sorge, zu Fuß kommt er nicht weit". Mit dabei ist auch der deutsche Schauspieler Udo Kier.

Nicht im Wettbewerb, sondern als eine Gala in der Reihe Berlinale Special läuft der DDR-Film "Das schweigende Klassenzimmer". Nach seinem Justiz-Thriller "Der Staat gegen Fritz Bauer" kehrt Regisseur Lars Kraume damit erneut in die 50er Jahre zurück. Als eine Abiturklasse sich wegen des Aufstands in Budapest spontan zu einer Schweigeminute entschließt, gerät sie in die gnadenlose Maschinerie der SED-Diktatur. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Buch von Dietrich Garstka, der darin seine persönlichen Erlebnisse beschrieb.

Mit dem Goldenen Ehrenbären für das Lebenswerk wird am Abend im Berlinale-Palast der amerikanische Schauspieler Willem Dafoe ("The Hunter") auszeichnet. Der 62-Jährige habe "in mehr als 100 Produktionen mitgewirkt und sie mit seinem ausdrucksstarken Spiel und seiner beeindruckenden Präsenz bereichert", erklärte die Berlinale. Dazu läuft eine Hommage mit zehn wichtigen Filmen des Schauspielers.

Ein weiterer Kandidat für die Bärenpreise kommt aus den Philippinen. In der vierstündigen Rockoper "In Zeiten des Teufels" ("Ang Panahon ng Halimaw") führt Regisseur Lav Diaz in die düstere Zeit der Marcos-Diktatur. In einem abgelegenen Dorf verschwindet spurlos eine Ärztin, die eine Armenklinik gegründet hat. Auf der Suche nach ihr gerät ihr Mann in eine von Willkür und Gewalt zerrüttete Dorfgemeinschaft.

Insgesamt sind bei dem Festival bis zum Sonntag 385 Filme aus 78 Ländern zu sehen. Die renommierten Bären-Preise werden am Samstag (24. Februar) vergeben.

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