Los Angeles (dpa) - Die Tränen konnte Kirsten Dunst (37) nicht unterdrücken: Schließlich wurde der "Spider-Man"-Star am Donnerstag vor den Augen von Fans, Familie und Fotografen auf Hollywoods berühmter Flaniermeile "Walk of Fame" mit einer Sternenplakette verewigt.

Sie sei völlig überwältigt, diese Auszeichnung zu erhalten, sagte die sichtlich gerührte Schauspielerin.

Die sonst eher öffentlichkeitsscheue Darstellerin brachte ihre ganze Familie zu der Feier mit. Mit ihrem deutschen Vater Klaus Dunst, Mutter Inez Rupprecht, dem jüngeren Bruder Christian und ihrem Verlobten Jesse Plemons (31, "Breaking Bad") posierte sie auf der Sternenplakette. Auch ihr Söhnchen Ennis durfte bei seinem ersten Hollywood-Auftritt auf dem Stern krabbeln. Vor 15 Monaten waren Dunst und Plemons Eltern geworden. Das Paar hatte sich bei den Dreharbeiten zur zweiten Staffel der Fernsehserie "Fargo" kennengelernt, in der sie ein Ehepaar spielten.

"Jesse, du bist mein Ein und Alles", sagte Dunst zu Tränen gerührt. Plemons hatte sie zuvor als "brillante" Schauspielerin und "unglaublich großzügige und tolle Person" gelobt. Ihre Freunde würden sie "Kiki" nennen, erklärte Plemons, und feuerte die Zuschauer zu einem Sprechchor mit dem Spitznamen an.

Als Gastrednerin ergriff auch Regisseurin Sofia Coppola (48) das Wort. Sie habe Dunst kennengelernt, als sie den 16 Jahre alten Jungstar für ihren Film "The Virgin Suicides" vor die Kamera holte. Dunst sei ihre vertrauteste Mitarbeiterin und wie eine kleine Schwester für sie. Coppola drehte mit Dunst auch noch die Filme "Marie Antoinette" und "Die Verführten".

Dunst wurde 1982 im US-Staat New Jersey geboren. Ihr Vater, der noch Verwandtschaft in Hamburg hat, lebt seit Jahrzehnten in den USA. Seit 2011 hat die Schauspielerin auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Dunst dankte bei der Zeremonie am Donnerstag ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Christian, die sie stets bei der Verwirklichung ihrer Träume unterstützt hätten.

An der Seite von Brad Pitt und Tom Cruise hatte Dunst mit zwölf Jahren in "Interview mit einem Vampir" ihren ersten großen Filmauftritt. Als Peter Parkers Freundin Mary Jane Watson in der "Spider-Man"-Trilogie wurde sie später weltberühmt.

Doch erst vor wenigen Tagen erklärte Dunst in einem Radiointerview, dass sie sich in Hollywood zu wenig wertgeschätzt fühle. "Man hat mich in der Branche nie anerkannt. Ich wurde nie für irgendetwas nominiert, außer für zwei Golden Globes", sagte Dunst dem US-Radiosender Sirius XM. "Vielleicht denken sie, ich bin nur das Mädchen aus "Girls United"." Mit 17 Jahren hatte sie die gleichnamige Cheerleader-Komödie gedreht. Für ihre Rolle in "Interview mit einem Vampir" wurde sie 1994 als Kind für einen Golden Globe nominiert, 2015 für die Fernsehserie "Fargo".

"Vielleicht spiele ich das Spiel nicht genug mit", merkte Dunst über ihr Auftreten im Filmgeschäft an. "Aber manchmal denkt man, es wäre schon schön, von seinen Kollegen anerkannt zu werden." Mit dem Stern auf dem "Walk of Fame" ist nun wenigstens ihr Name fest in den Boden von Hollywood zementiert.

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