Berlin (dpa) - "Wie war dein Tag?", fragt Grace Coxman (Laura Dern) ihren Mann, der in die einsam in den Bergen gelegene Hütte stapft. "Gar nicht so schlimm", antwortete Neels Coxman (Liam Neeson), der mit seinem riesigen Schneepflug in den Rocky Mountains Straßen in den meterhohen Schnee fräst.

Tragisch aber sollte es für den wortkargen Mann noch werden. Sein Sohn, der mit einer Drogenbande in Kontakt gekommen ist, wird tot aufgefunden. Die Polizei geht von einer Überdosis Heroin aus, Neels Coxman weiß es besser. Fortan wird sein Denken von nur einem Gedanken beherrscht: Rache.

Ein Mann sieht rot in kaltem Schnee - so eine schlicht gestrickte Charles-Bronson-Nummer hätte es werden können. Aber der norwegische Regisseur Hans Petter Moland dreht bei "Hard Powder" die Schraube weiter und macht daraus einen Action-Film, der sich selbst nicht so ernst nimmt. Eine Farce - randvoll aber mit grimmigen Humor.

Oder wie es Moland im umfangreichen Bonus-Material lakonisch zusammenfasst: "Es ist eine schwarze Komödie mit einigen blutigen Szenen." Das ist noch leicht untertrieben, denn in "Hard Powder", einer Neuauflage von Molands eigenem Film "Einer nach dem anderen" (2014), zieht sich eine rote Spur durch den Schnee.

Und Liam Neeson lässt als Neels Coxman wieder mal ordentlich die Fäuste fliegen, auch wenn er dabei ziemlich schwer ächzt. "Anstrengend was, alter Mann", stellt Santa fest, der zur Bande des Drogenbarons (Tom Bateman) gehört, der für den Tod von Coxmans Sohn verantwortlich ist.

Anstrengend, ja! Aber der Schneepflugfahrer hat es noch immer drauf und schlägt den Gauner ziemlich blutig, um ihm dann den Rest zu geben. Entsorgt wird Santas Leiche im eiskalten Wasser, wo ihn die Fische fressen sollen. Und er ist nicht das einzige Opfer bei Coxmans Rachefeldzug.

Die Knochen mögen schon ein bisschen morsch sein, aber Coxman geht unbeirrt und eiskalt seinen Weg. Und das vor der großartigen Kulisse der Rocky Mountains. Hier leuchtet das Blut im Schnee ganz besonders schön.

Hard Powder