Berlin (dpa) – Die Berlinale stellt in diesem Jahr in der Retrospektive das Schaffen von King Vidor (1894-1982) vor. Mit Hits wie dem Kleine-Leute-Porträt "Ein Mensch der Masse" (1928), dem ersten allein mit Afroamerikanern besetzten Musik-Drama "Hallelujah" (1929) oder der Arbeitslosenstudie "Unser täglich Brot" (1934) setzte er Maßstäbe für anspruchsvolle, publikumswirksame Filmkunst.

Mit mehr als 80 Spielfilmen, die er als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor geschaffen hat, gilt er noch heute als einer der ganz Großen des Kinos. Begonnen hat der Sohn eines texanischen Holzhändlers seine Karriere 1915 als Kameramann. 1925 wurde King Vidor mit dem Erster-Weltkrieg-Drama "Die große Parade" zu einem der bekanntesten Regisseure Hollywoods.

In der Folge hatte er vielfach freie künstlerische Hand. Noch im Stummfilm und später im Tonfilm fiel er mit Einfallsreichtum und Originalität auf. So wurde er zum Beispiel mit der Farbgestaltung im Edel-Western "Duell in der Sonne" (1946) zum Vorbild nachfolgender Regiestars wie Martin Scorsese und Quentin Tarantino.

Mit "Krieg und Frieden" (1956), seinem heute wohl bekanntesten Film, schuf er ein Musterbeispiel für geistreiche Literaturadaptionen. Wie dort mit Audrey Hepburn und Henry Fonda setzte King Vidor durchweg auf die Zugkraft populärer Stars, etwa Gary Cooper, Bette Davis, Jennifer Jones und Gregory Peck.

Im Laufe der Jahrzehnte bekam er fünf Oscar-Nominierungen, gewann die Statue aber nie. 1979 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Gesamtwerk. In Berlin ist er kein Unbekannter: 1962 hatte King Vidor den Vorsitz der internationalen Berlinale-Jury. Die Berlinale zeigt nun 35 seiner Filme aus fünf Jahrzehnten.

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