Berlin (dpa) - Schauspieler Sebastian Koch (56) hofft, dass das Drama "Werk ohne Autor" nach der Oscar-Nominierung eine zweite Chance an der Kinokasse bekommt.

"Für mich ist es wichtig, dass sich die Deutschen selbst ein Urteil bilden, ins Kino gehen und sich nicht abschrecken lassen von Kritiken, die mit der Sache gar nicht so viel zu tun haben", sagte Koch der Deutschen Presse-Agentur. Er habe manche Filmkritik als "sehr persönlich und emotional" empfunden. 

Das Drei-Stunden-Epos von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck spielte seit dem Kinostart Anfang Oktober etwas mehr als zwei Millionen Euro ein. Am Dienstag wurde das Künstlerdrama für einen Auslands-Oscar nominiert. "Den Film muss ja keiner mögen. Er sollte aber respektvoll behandelt werden. Und das war hier leider nicht der Fall", erklärte Koch weiter.

Das Drama erzählt die Biografie eines deutschen Künstlers und ist ganz offensichtlich an das Leben von Gerhard Richter (86) angelehnt, ohne ihn beim Namen zu nennen. Der Maler kritisierte den Streifen als "zu reißerisch".

Aus Sicht von Koch, der in "Werk ohne Autor" einen SS-Arzt spielt, ist Filmkritik in Deutschland an vielen Stellen überzogen, wie zuletzt nach den mauen Zuschauerzahlen für Til Schweigers US-Remake von "Honig im Kopf". "Wenn der Film in den USA nur einige Tausend Zuschauer hat, wird das hier richtig mit Häme gefeiert. Das ist so widerlich und unangenehm. Ich finde das ganz schlimm. Das geht so nicht. Man hat immer weniger Lust, hier zu arbeiten", sagte Koch.