Magdeburg l „Apassionata“ ist Pferde-Zirkus deluxe. Der kleine Wanderzirkus ist (fast) tot, es lebe die „Apassionata“-Show. Ein modernes Konzept und ein professionelles Management machen es möglich.

„Apassionata“ – das ist ein Erlebnis in Familie. Kinder, vor allem Mädchen, sind bekanntermaßen Pferden besonders zugetan. Die kleinen Pferde-närrinnen finden sich in erheblichen Größenordnungen in der Arena ein; im Schlepptau haben sie Eltern und Großeltern. Menschen aller Altersgruppen ohne kindliche Begleitung halten ebenfalls in stattlicher Anzahl die Sitzreihen im Zuschauer-Halbrund besetzt. Die Begeisterung für Pferde und Show verbindet Generationen.

Show erzählt eine Geschichte

Rund um edle Tiere und höchste Dressurkunst ist bei „Apassionata“ stets eine Geschichte gewebt. In „Cinema of Dreams“ geht es um das Kino in einer kleinen Stadt, in der Eve und Tom in so manche Traumwelt eintauchen und die Zuschauer mitnehmen. Das Stadtbild samt Kino ist auf eine Videoleinwand projiziert. Wechselnde eindrucksvolle Bilder erzählen von Aufstieg, Verfall und Neubeginn des Lichtspielhauses. In der „Manege“ tobt die Show, gemacht mit Menschen und Pferden, mitreißenden Tanzchoreographien und verblüffenden Tierdressuren, mit Schauspiel, Akrobatik, eingehender Musik und famosem Lichtspiel. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt.

Bilder

Den Zuschauern präsentieren sich bunt-schillernde Bilder. Piraten zeigen auf wild dahin galoppierenden iberischen Pferden waghalsige Kunststücke. Das Pferd rennt, der Mensch klettert an ihm herum und später auch mal drunter durch. Feuer brennt – für beide kein Problem. Flackernde Hindernisse sind zum Umkurven und Überspringen da. Beifallsstürme erntet die Showszene mit sechs Lusitanos, bei der der Reiter auf zwei Pferden steht und vier weitere vor sich laufen lässt, sie dirigiert, sie Wendungen und Sprünge vollziehen lässt. Höchste Konzentration und einstudierte Teamarbeit bei allen sieben Wesen.

Spektakuläre Nummern wechseln sich mit ruhigen, ästhetisch anmutenden Passagen ab. Klassische Voltigierkunst, die ganz Hohe Schule, demonstriert von edlen Hengsten, findet im Publikum großen Anklang. Selbst die Kapriole, bei der das Pferd mit allen vier Beinen in die Luft springt, ist im Repertoire der Dressur.

Kunststücke erfordern Training

Für Entzücken sorgen die amerikanischen Miniponys, die mit den Hufen winken, zusammen Formationen bilden und sich auf Kommando hinlegen können. Alles wirkt leichtfüßig und spielerisch, was auch von ihren großen Stallkameraden gesagt werden kann. Dass hinter allen Kunststückchen hartes Training steckt und Tierschützer der Show gegenüber kritisch gestimmt sind, ist für die zwei Stunden Showzeit vergessen.

Das Publikum sammelt weitere Höhepunkte im Erinnerungsalbum. Es erkennt die anspruchsvollsten Lektionen und quittiert sie mit Applaus, so etwa als ein Schimmel auf seine Hinterbeine aufsteigt, während sich die Reiterin nach hinten legt und sich so auf dem Pferd hält. Drei Friesenhengste begeistern mit einer Freiheitsdressur, ebenso wie die Formation aus gleich sieben Großpferden.

Bei der abschließenden Parade mit allen Beteiligten will der Applaus nicht abreißen. Das Publikum dankt für eine Reise in Traumwelten, die ihm Mensch und Tier bescherten.