Der Künstler und die Grafikstiftung

Neo Rauch kam in Leipzig zur Welt, wuchs aber in Aschersleben bei seinen Großeltern auf. Er gilt als Wegbereiter der „Neuen Leipziger Schule“ und zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Gegenwart.

Die „Grafikstiftung Neo Rauch“ wurde am 1. Juni 2012 im Beisein des Künstlers eröffnet. Sie hat ihren Sitz in der Wilhelmstraße 21–23. Geöffnet ist sie Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro.

Am letzten Ausstellungstag, Sonntag, 29. April, ist der Besuch der Grafikstiftung kostenfrei. (gw)

Aschersleben (dpa) l Die Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben registriert ein reges Besucherinteresse. Die jetzt noch eine Woche laufende Ausstellung „Arno Rink – Neo Rauch“ mit Werken des Lehrers und des Schülers werde wohl wieder rund 7000 Besucher erreichen, sagte die Leiterin der Grafikstiftung, Christiane Wisniewski, der Deutschen Presse-Agentur. Erstmals waren so viele Menschen in der Schau mit Werken von Neo Rauch und seines sehr früh verstorbenen Vaters Hanno gewesen.

Im Vergleich zu den vorherigen Ausstellungen seit 2012 bedeutete das einen Sprung, sagte Wisniewski. Zugenommen habe die Zahl der Einzelbesucher, aber auch Kunstvereine und andere Organisationen kämen. In Zukunft wolle die Stiftung versuchen, noch mehr Schulklassen zu erreichen.

Mit Blick auf die Besucherentwicklung gab die Stiftungsleiterin aber auch zu bedenken: „Aschersleben ist keine Touristenstadt.“ Es sei nicht einfach, Menschen in die Kleinstadt zu holen. Hinzu komme, dass die Grafikstiftung eine kleine Einrichtung sei und kein Museum.

Noch bis zum 29. April ist in Aschersleben auf rund 375 Quadratmetern die Schau mit Werken von Rink und Rauch zu sehen. Der Leipziger Künstler Arno Rink, einst Neo Rauchs Lehrer, war im vergangenen September an Krebs gestorben.

Rauch hatte der Stadt Aschersleben aus persönlicher Verbundenheit sein seit 1993 entstandenes grafisches Werk geschenkt. Dazu gehören auch Arbeiten, die erst noch entstehen: Von jedem weiteren Motiv kommt ein Blatt hinzu.

Zuwachs

Während es zur Gründung rund 65 Arbeiten waren, sei der Bestand der Stiftung inzwischen auf über 90 Grafiken angewachsen, sagte Wisniewski. „Ich glaube, es ist ihm eine Herzensangelegenheit – neben der Malerei, die natürlich das Wichtigste ist.“ Meist kämen die Werke zu den neuen Ausstellungen in die Stiftung.

Die nächste Schau der Grafikstiftung wird ab Ende Mai Werke von Neo Rauch und seiner ebenfalls international bekannten Ehefrau Rosa Loy zeigen. Beide sind seit 1985 verheiratet.