Baden-Baden (dpa) l So könnte es an der Schwelle zum Himmel aussehen: Stille, diffus changierendes Licht in einem Raum ohne sichtbaren Anfang und Ende. Wolken-Feeling. Einsamkeit. In der Lichtinstallation „Ganzfeld Apani“ ist der Mensch auf sich allein gestellt. Sie ist das Highlight einer Ausstellung des US-Künstlers James Turrell (75) in Baden-Baden.

Einer der wichtigsten und angesagtesten Gegenwartskünstler gibt im Museum Frieder Burda Einblick in seine verschiedenen Schaffensphasen. Die bis zum 28. Oktober dauernde Schau „The Substance of Light“ vereint neue atmosphärische Installationen und solche, die schon auf der Biennale 2011 für Aufsehen sorgten. Speziell für das Museum entwickelte er die begehbare Installation „Curved Elliptical Glass“.

Millionen für seine Arbeiten

Turrell hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten weltweit mit seinen sich farblich verändernden Licht-Kunstwerken Akzente gesetzt. Seine Arbeiten verkaufen sich für Millionenbeträge.

Turrell lässt leuchtende Balken in Hologrammen zu Rechtecken werden, die aus dem Bild heraustreten. Treppen führen ins Licht und ins Nichts. Er gaukelt dem Besucher Räume, Tiefe und Ebenen vor, wo keine sind, bis der nicht mehr recht weiß, wo oben und unten ist. „Kunst der Wahrnehmung“, nennt er das. Wenn der Besucher im illusionären Raum dann ganz auf sich selbst zurückgeworfen ist, hat Turrell sein Ziel erreicht: „Vieles in meinem Werk hat mit Isolation zu tun.“