Sonderöffnungen und Filme

Bis Oktober plant das Literaturhaus zur Ausstellung ein Veranstaltungs- und Filmprogramm. Am morgigen Eröffnungstag gibt es bereits 17 und 19 Uhr den Film „Mr. Holmes. Der Mann hinter dem Mythos“ (Eintritt 5 Euro, erm. 3 Euro). Für das Programm am Vormittag wird kein Eintritt erhoben.

Sonderöffnungszeiten in diesem Monat sind am 20. und 21. Juli, im August am 24. und 25. des Monats. Dann werden abwechselnd die Filme „Pünktchen und Anton“ sowie „Emil und die Detektive“ gezeigt.

Die Ausstellung ist bis zum 18. Oktober zu sehen.

Magdeburg l Alice Selinger beschäftigt sich vor allem mit dem Mittelalter. Sieben Ausstellungen hat die promovierte Kunsthistorikerin konzipiert, die vor allem in kleineren Stadtmuseen präsentiert werden. Sherlock Holmes und Dr. Watson fallen da thematisch etwas aus dem Rahmen. „Mich hat fasziniert, dass die Geschichten nach wie vor so unglaublich populär sind“, sagt Selinger als Beweggrund, sich mit Arthur Conan Doyle (1859–1930) und seinen beiden legendären Kunstfiguren auseinanderzusetzen. „Mir geht es dabei auch um das Umfeld, um das viktorianische England“, sagt Selinger, die in den vergangenen beiden Tagen die Ausstellung im Literaturhaus aufbaute.

Am Donnerstag, 18. Juli 2019, ist Eröffnung. Ab 10 Uhr sind Gäste jeden Alters willkommen – natürlich auch zu detektivischem Rätselspaß.

Literaturwochen erzählen von Paaren

Für Literaturhaus-Leiterin Ute Berger ist die Ausstellung um das berühmte Paar der Weltliteratur schon ein erster Blick auf die Literaturwochen. Die starten am 29. August. Thema: „Paare! Beziehungsweise“. Da geht es dann um die Liebe zwischen Lou Andreas-Salomé und Rainer Maria Rilke, die Geschwisterbriefe der Brigitte Reimann bis hin zum Briefwechsel zwischen dem bekannten Schriftstellerpaar Eva und Erwin Strittmatter. Holmes und Watson, so sagt Berger, werden die Literaturwochen begleiten.

Bilder

Originale gibt es in der Ausstellung nicht zu sehen, kein Hut von Sherlock aus irgendeinem Film, keine Pfeife. „Meine Exponate erzählen vielmehr von den Lebensumständen der Zeit, als noch mit Tinte geschrieben wurde, Licht von Gaslaternen und Petroleumlampen kam und die Waschschüssel wichtiges Utensil für die Körperpflege war“, sagt Selinger. Mit den Ausstellungsstücken erzählt sie aber über den Privatdetektiv, wie er einst von Doyle erschaffen wurde: Mit Faible für Chemie, jenes naturwissenschaftliche Fach, das Holmes einige Semester studiert hatte, seiner Begeisterung für Musik, seinem Gebrauch von Kokain und Morphium und seiner Vorliebe für gepflegte Kleidung. Holmes trug Zylinder, Watson den Bowler.

Zu lesen gibt es eine Menge in dieser Ausstellung. Selinger hat textlich zusammengetragen, wer Sir Arthur Conan Doyle war und wie der Schriftsteller ab 1886 seinen Buchhelden Sherlock Holmes die Welt erobern ließ. Die Geschichten um Holmes und Watson gab es anfangs in Fortsetzungen, veröffentlicht im „The Strand Magazine“, dessen Ausgaben sich hervorragend verkauften. Trotzdem habe Doyle lieber seine historischen Romane geschrieben, erzählt Selinger. „Er war selbst nicht überzeugt von seinen Geschichten um den Meisterdetektiv. Er hat ihn 1891 sterben lassen.“ Das habe einen Aufruhr in London ausgelöst. Selbst Doyles Mutter habe ihrem Sohn einen bitterbösen Brief geschrieben. All das hat gewirkt. Der schlaue Holmes wurde wiederbelebt. Den so erfolgreichen Roman „Der Hund von Baskerville“ hätte es sonst nicht gegeben.

Comics, Theaterstücke, erfolgreiche Verfilmun

Bis heute sind der Mann mit Pfeife und Hut und sein Freund Dr. Watson bekannt und beliebt. Theaterstücke, Comics, etliche Verfilmungen haben dazu beigetragen, zuletzt die so erfolgreiche BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch (und großartigem britischen Humor). Legendär bleibt Jeremy Brett (1933–1995), der, so verrät die Ausstellung, allein in 41 Episoden den Detektiv verkörperte.

Begleitet wird die Ausstellung von zahlreichen Veranstaltungsangeboten, darunter auch Filmvorführungen, was in dieser Form bisher nicht üblich war im Literaturhaus. Schon am Donnerstag wird die britisch-amerikanische Produktion „Mr. Holmes. Der Mann hinter dem Mythos“ aus dem Jahr 2015 gezeigt. Für Kinder gibt es zudem Filme wie „Emil und die Detektive“ und „Pünktchen und Anton“.

Für Holmes und Watson und all die Detektiv-Veranstaltungen hat das Literaturhaus etliche Sonderöffnungszeiten an verschiedenen Abenden und Wochenenden. Das Programm im Einzelnen ist im Internet zu finden unter www.literaturhaus-magdeburg.de.

Die Ausstellung wird am 18. Juli um 10 Uhr eröffnet. Der Eintritt ist frei.