Chemnitz (dpa) l Das Museum Gunzenhauser in Chemnitz präsentiert erstmals den gesamten Bestand an Werken von Otto Dix (1891-1969) aus seiner Sammlung. Für das weltweit größte Konvolut an Kunst des bedeutenden Malers und Grafikers des 20. Jahrhunderts wurde das gesamte Haus freigeräumt. In der Ausstellung „300 X DIX“ (29. April bis 2. September) werden nach Angaben der Kunstsammlungen Chemnitz Arbeiten aller Schaffensphasen, Stile und künstlerischen Techniken gezeigt.

Sie biete einen repräsentativen Querschnitt durch Dix‘ künstlerische Entwicklung vom expressionistischen Frühwerk, der Auseinandersetzung mit Dadaismus und aufkommender Neuer Sachlichkeit bis zur Mitte der 1920er Jahre und den großen symbolischen Landschaften aus seiner Zeit der inneren Emigration. Neben dem zur Museumsgründung 2007 übergebenen Bestand werden zum ersten Mal auch die etwa 60 Dix-Arbeiten gezeigt, die erst Ende 2015 aus dem Nachlass von Gunzenhauser dazukamen.

Es ist die erste Präsentation des weltweit größten Konvoluts von Dix-Werken und Herzstücks der Gunzenhauser-Sammlung von Kunst des 20. Jahrhunderts. Es sind fast 400 Werke, die bis auf Duplikate aus dem Depot ans Licht kommen. „Wir zeigen den gesamten Dix-Bestand inklusive aller Arbeiten auf Papier, die bisher weniger zu sehen waren“, sagt Ingrid Mössinger, scheidende Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, zu denen das Gunzenhauser gehört.

Abschiedsgeschenk der Generaldirektorin

Die Ausstellung ist das Abschiedsgeschenk der scheidenden Generaldirektorin und eine Reverenz an den Stifter. „Gunzenhauser hatte eine Passion für Dix“, sagt sie. Er habe mit sehr gutem Auge für Qualität Arbeiten des Künstlers in einer Zeit erworben, wo er noch erschwinglich war, erklärt Kurator Stephan Dahme. „Er hat mit gutem Blick für wenig Geld gekauft.“

Statt chronologischer Retrospektive entschieden sich die Chemnitzer für eine thematische Präsentation: Landschaft, Porträt, Krieg und Tod, Religion, Emotionales, Zirkus. „Das gab es noch nie“, sagt Mössinger. Das ermögliche einen anderen Blick auf das Werk von Dix, zu dessen Leben auch Chemnitz gehöre. „Nachdem er seine Stellung an der Dresdner Kunstakademie verloren hatte, haben ihn hiesige Sammler aufgefangen und ihm über die schwierigen Zeiten hinweggeholfen“, berichtet Mössinger.

Vor allem bei der empfindlichen Grafik gebe es kaum andere Gelegenheiten zur Betrachtung. „Bestimmte Blätter werden später nicht mehr zu sehen sein“, so Mössinger. „Man wird Otto Dix ganz anders wahrnehmen.“