Magdeburg/Dessau l Die „New York Times“ hat in der vergangenen Woche neben München und den deutschen Nordseeinseln auch die Stadt Dessau als drei der insgesamt 52 Reiseziele im Jahr 2019 empfohlen. Dessau wird anlässlich des 100. Geburtstags des Bauhauses genannt. Es sei neben den weiteren Bauhaus-Standorten Berlin und Weimar „möglicherweise das anziehendste Ziel“, meldete die Nachrichtenagentur dpa.

Ohne Zweifel, Dessau ist mit seiner einstigen Design- und Architekturschmiede und den Meisterhäusern das Herzstück im Jubiläumsjahr. Höhepunkt der Feierlichkeiten in der Stadt wird die Eröffnung des Bauhaus-Museums am 8. September. Zuvor wird zu Freiraum-Ausstellungen, Festivals, Intallationen geladen. Die Stiftung Bauhaus veranstaltet unter anderem drei internationale Themenfestivals, die am 20. März mit „Schule Fundamental“ und Blicken auf Studiersituationen und Lernexperimente beginnen. ebenfalls im März startet die Freiraum-Ausstellung „Unbekannte Orte“, die bis November über 15 Stationen in die 1920er Jahre führen soll.

39 Orte erinnern an Bauhaus-Idee

Als Kooperation mit dem Anhaltischen Theater Dessau wird die Farboper „Violett“ von Kandinsky uraufgeführt. Zudem werden die Bauten der Bauhäusler erstmals als eine gemeinsame Ausstellung kuratiert.

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Aber das Bauhaus stand nicht solitär, es wirkte in die Region. Der Boden im heutigen Sachsen-Anhalt war fruchtbar für die Ideen der Bauhäusler. Und so finden sich überall im Land Orte aus jener Zeit, die an kreative Köpfe und innovative Planungen erinnern. 39 Orte bzw. Bauwerke der Moderne erinnern auf sehr verschiedene Weise an die Gründung der Hochschule vor einem Jahrhundert. Festivals und eine Vielzahl an Ausstellungen sind überall im Land geplant, es gibt Theater, Konzerte, Workshops, Vorträge.

Im März zum Beispiel werden in der Landeshauptstadt gleich zwei Ausstellungen eröffnet: Das Kulturhistorische Museum präsentiert ab 7. März Magdeburg als Reformstadt der Moderne, das Forum Gestaltung, die einstige renommierte Kunstgewerbe- und Handwerkerschule, erinnert an den Künstler und Designer Stefan Wewerka (Eröffnung am 28. März) und später im Jahr an die eigene Blütezeit des Hauses. Ausstellungen gibt es im Jahresverlauf unter anderem auch im Puppentheater Magdeburg und im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen.

Neben Magdeburg ist Halle Veranstaltungsschwergewicht im Jubel-Jahr. Die Saalestadt blickt auf Kunst, Architektur, Lebensstil. Zahlreiche Sonderausstellungen sind geplant, unter anderem im Technischen Halloren- und Salinemuseum, in den Franckeschen Stiftungen, im Kunstmuseum Moritzburg und im Kunstverein Talstrasse e. V.

Das Land lässt sich die Aktivitäten zum Jubiläum im Zeitraum von 2017 bis 2020 18,5 Millionen Euro kosten. Hinzu kommen die Kosten für den Neubau des Bauhaus-Museums in Dessau. Es wird 3 Millionen Euro teurer als geplant und 28 Millionen Euro kosten. Die Hälfte der Kosten trägt der Bund.

Kommentar "Bauhaus ist mehr als Architektur" zum Thema.