Magdeburg (dpa) l 100 Bauwerke aus 100 Jahren moderner Architektur: Zum 100. Bauhausjubiläum gibt es im kommenden Jahr eine deutschlandweite Grand Tour der Moderne und Sachsen-Anhalt ist mit 17 Bauten dabei. Das teilte Kulturminister Rainer Robra (CDU) am Sonntag in Magdeburg mit. Wer alle Bauwerke im Land ansehen will, muss nach Dessau-Roßlau, Magdeburg, Halle sowie Elbingerode im Harz und Wittenberg reisen. Die ausgesuchten herausragenden Bauwerke in elf Bundesländern sollen mit einer Reiseroute verbunden werden, wie die Organisatoren des Bauhaus-Verbundes mitteilten. Die Tour soll mit dem Auto als auch mit Bahn und Fahrrad angefahren werden können.

„Die Auswahl der Jury schlägt die Brücke von den Anfängen der Moderne bis heute“, sagte Kulturminister Robra laut Mitteilung. „In Sachsen-Anhalt befand sich in den 1920er Jahren der Nukleus der Moderne in Deutschland.“ Das spiegele sich auch in der großen Anzahl an ausgewählten Orten im Land wider. Die meisten Routenpunkte finden sich wenig überraschend in Dessau-Roßlau. Die mit dem Unesco-Welterbetitel bedachten Bauten wie das Bauhausgebäude, die Meisterhaussiedlung, aber auch die Laubenganghäuser und die Siedlung Törten zählen dazu. Dessau war eine der Zentren der Strömung.

Das Bauhaus war 1919 in Weimar gegründet worden und siedelte später nach Anhalt um. Es entwickelte sich zu einer der wichtigsten Architektur- und Designschulen im 20. Jahrhundert. Auch in den anderen Routen-Städten in Sachsen-Anhalt zeigen die ausgewählten Bauwerke den Bauhaus-Stil: In Halle ist es die Kröllwitzbrücke, in Magdeburg will die Route Touristen unter anderem zur Gartenstadt Kolonie Reform, zum Ensemble rund um die Stadthalle oder die bunt gestaltete Otto-Richter-Straße locken. Sachsen-Anhalt will gemeinsam mit dem Bund und anderen Bundesländern mit Bauhausstätten nächstes Jahr das 100. Jubiläum der Gründung feiern. Die Grand Tour soll ein Verständnis für die Geschichte der modernen Architektur vermitteln. Dazu wird ein Reiseführer, ein Kinderbuch und ein digitaler Navigator entwickelt.